Hausärzteverbände kritisieren Impfangebote von Apothekern

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Ein Schild mit dem Apotheken-Logo weist den weg zu einer Apotheke. Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild
Ein Schild mit dem Apotheken-Logo weist den weg zu einer Apotheke. Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Düsseldorf. Die Hausärzteverbände Nordrhein und Westfalen-Lippe kritisieren zusätzliche Corona-Impfangebote durch Apotheker und Zahnärzte mit Verweis den Beratungsbedarf sowie freie Termine in den Praxen und Impfzentren.

Die Verbände erklärten am Montag, dass sie das Impfen durch Apotheker oder Zahnärzte ablehnten, da es allein mit der Durchführung der Impfung nicht getan sei.

«Im Rahmen der zunehmend verschiedenen Impfvorgaben möchten Patientinnen und Patienten auch beraten werden, und zwar in Bezug auf ihre individuelle Situation oder mögliche Vorerkrankungen», sagte die Chefin des Hausärzteverbandes Westfalen-Lippe, Anke Richter-Scheer. Sie betonte: «Und das ist Aufgabe des Hausarztes, der die Patienten, ihre medizinische Vorgeschichte und Lebensumstände am besten kennt.»

Anlass für die Kritik ist eine Impfaktion in einigen Städten im Rheinland, bei der die AOK Rheinland/Hamburg und die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein mit der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Nordrhein und dem Apothekerverband Nordrhein zusammenarbeiten. An ausgewählten AOK-Standorten sind laut den Beteiligten an bestimmten Tagen Impfungen mit einem Impfstoff ohne Voranmeldung geplant.

«Dieses Impfangebot ist in der jetzigen Situation nicht nachvollziehbar, zumal in den letzten zwei Wochen die Impfstellen sowie auch die Hausarztpraxen ihre Impfangebotstermine nicht zu 100 Prozent belegen konnten und genug Termine frei sind», sagte der Chef des Hausärzteverbandes Nordrhein, Oliver Funken, laut Mitteilung.

Zahlreiche Apotheker stehen unabhängig von der Gemeinschaftsaktion mit der AOK seit Wochen in den Startlöchern, um mit Corona-Impfungen zu beginnen. Laut Apothekerverband Nordrhein können sie am 8. Februar loslegen. Dies sei ein ergänzendes Angebot und kein Konkurrenzangebot zu Hausärzten. Im Frühjahr, wenn ein Omikron-angepasster Impfstoff vorliegen werde, könnten so lange Wartezeiten vermieden werden.