Versuchte Kindesentführung: Eltern mit Messer bedroht

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Ein Relief zeigt das Haupt der Justitia mit verbundenen Augen. Foto: Sonja Wurtscheid/dpa/Symbolbild
Ein Relief zeigt das Haupt der Justitia mit verbundenen Augen. Foto: Sonja Wurtscheid/dpa/Symbolbild

Essen. Nach einer angeblich versuchten Kindesentführung an einer Kita muss sich eine 35-Jährige seit Montag in Essen vor Gericht verantworten.

Die Angeklagte soll im vergangenen August in Gelsenkirchen mit einem Küchenmesser auf ein Elternpaar losgegangen sein, um deren zweijährigen Sohn in ihre Gewalt zu bringen. Laut Anklage stand sie unter Drogeneinfluss. Nach ihrer Festnahme hatte die 35-Jährige zu Protokoll gegeben, dass sie «verwirrt» gewesen sei. Sie habe gedacht, dass es sich bei dem Kind um ihre Tochter gehandelt habe, die ihr rund zehn Wochen zuvor vom Jugendamt weggenommen worden sei.

Der Vater des Jungen war damals mit seinem Sohn auf dem Arm in einen Friseursalon geflüchtet. Über die Angeklagte sagte er bei seiner Zeugenvernehmung: «Die kam mit erhobenem Messer auf uns zugerannt. Die wollte wohl meinen Sohn abstechen.»

Genau das hat die 35-Jährige zum Prozessauftakt am Essener Landgericht jedoch bestritten. «Der Mann hat den Jungen plötzlich auf den Arm genommen und ist über die Straße gerannt», sagte die Angeklagte den Richtern. Es sei ihr so vorgekommen, als ob das Paar Streit gehabt habe. «Ich dachte, der will das Kind entführen.» Deshalb sei sie hinterher gelaufen. Das Messer habe sie nur zufällig dabeigehabt, um es ihrer Großmutter zu bringen, die in der Nachbarschaft gewohnt habe.

Die Anklage lautet auf versuchte Entziehung Minderjähriger, versuchte gefährliche Körperverletzung und versuchte Nötigung. Mit einem Urteil ist voraussichtlich in der zweiten Märzhälfte zu rechnen.