Duisburg und Osnabrück wollen Ausgrenzung anprangern

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Die Schauinsland-Arena des MSV Duisburg. Foto: Volkmann/Archivbild
Die Schauinsland-Arena des MSV Duisburg. Foto: Volkmann/Archivbild

Osnabrück. Im Wiederholungsspiel in der 3. Liga zwischen dem MSV Duisburg und VfL Osnabrück wollen beide Mannschaften ein Zeichen gegen Ausgrenzung setzen und laufen in Sondertrikots auf.

Wie beide Fußball-Clubs am Dienstag mitteilten, soll ein Zeichen für ein gesellschaftliches Brückenbauen bei der Begegnung am Mittwoch (19.00 Uhr/ Magenta Sport) gesetzt werden. So werde der MSV «die Kernwerte seines Leitbildes, Integration, Respekt und Toleranz deutlich sichtbar» auf den Trikots tragen.

«Das Wiederholungsspiel und die zu erwartende mediale Aufmerksamkeit möchten wir dazu nutzen, unsere Werte, für die wir schon immer einstanden auf dem Sondertrikot bundesweit zu transportieren», kommentierte MSV-Präsident Ingo Wald.

Die Partie war am 19. Dezember zunächst von Schiedsrichter Nicolas Winter unterbrochen worden und wurde später komplett abgebrochen. Der Osnabrücker Spieler Aaron Opoku war zuvor von einem Duisburger Zuschauer mutmaßlich rassistisch beleidigt worden. Die Staatsanwaltschaft Duisburg hatte im Januar das Ermittlungsverfahren jedoch eingestellt, das sie wegen des Verdachts der Beleidigung gegen einen Zuschauer eingeleitet hatte. Ein hinreichender Tatverdacht konnte demzufolge nicht begründet werden.

Nach den Ermittlungsergebnissen hat der MSV das zunächst mündlich ausgesprochene Hausverbot gegen den Zuschauer wieder aufgehoben. «Uns ist bewusst, dass es auch für ihn eine mehr als schwierige Zeit war. Wir wissen, dass er alles andere als einen rechten oder irgendwie gearteten rassistischen Hintergrund hat. Trotzdem bleibt festzuhalten: Aaron Opoku hat sich in jenem Moment rassistisch diskriminiert gefühlt. Auch das gilt es zu respektieren», sagte Wald.

Ähnlich äußerte sich der VfL Osnabrück. «Grundsätzlich war und bleibt für uns relevant, wie sich unser Spieler Aaron Opoku im Moment des Vorfalls gefühlt hat. Entsprechend würden wir auch heute noch genauso entscheiden wie im Dezember. Die strafrechtliche Würdigung der Beleidigung spielt deshalb zwar für den Verursacher eine bedeutende Rolle, mit Blick auf die Reaktionen und das notwendige Engagement gegen Ausgrenzung ist das aber unbedeutend», sagte VfL-Geschäftsführer Michael Welling.