Jugendlicher bestreitet Anschlagsvorbereitungen

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Handschellen sind an einem Gürtel eines Justizvollzugsbeamten befestigt. Foto: Frank Molter/dpa/Symbolbild
Handschellen sind an einem Gürtel eines Justizvollzugsbeamten befestigt. Foto: Frank Molter/dpa/Symbolbild

Düsseldorf/Köln. Der 17-jährige Jugendliche aus dem Raum Köln, der einen islamistischen Anschlag vorbereitet haben soll, hat dies bestritten. Den Behörden war er seit Mitte 2020 als «Prüffall Islamismus» bekannt.

Der in Hannover festgenommene Jugendliche aus dem Raum Köln hat in einer ersten Anhörung bestritten, einen islamistischen Anschlag vorbereitet zu haben. Derzeit würden sein Handy und weitere Speichermedien ausgewertet, sagte ein Sprecher der für Terrorverfolgung zuständigen Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf am Dienstag auf Anfrage. «Wir prüfen natürlich auch, mit wem er in Kontakt gestanden hat.» Weitere Festnahmen habe es aber bislang nicht gegeben.

Noch sei nicht entschieden, ob gegen den 17-Jährigen ein Haftbefehl beantragt wird. Gegen ihn wird wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat ermittelt. Er war am Samstag nach einem Tipp aus seinem persönlichen Umfeld festgenommen worden.

In diesem Zusammenhang hatte die Bundespolizei wegen Sprengstoffverdachts einen Zug in Wunstorf bei Hannover mit Spürhunden nach Sprengstoff durchsucht. Der Verdacht bestätigte sich nicht – rund 100 Fahrgäste mussten am Samstagabend allerdings gut eine Stunde am Bahnhof ausharren.

Aus Ermittlerkreisen hieß es am Dienstag, der Jugendliche habe über Social-Media-Kanäle Kontakt zu IS-Anhängern unterhalten. Er sei seit Mitte 2020 «auf dem Radar» der Behörden gewesen und mehrfach als «Prüffall Islamismus» aufgefallen. Derzeit werde geprüft, ihn als islamistischen Gefährder einzustufen.

Nach Angaben des «Kölner Stadt-Anzeigers» soll der Jugendliche Kontakt zu einer Gruppe Islamisten in Hannover unterhalten haben. Von dieser sei er aufgefordert worden, einen Anschlag in Köln zu verüben. Die Generalstaatsanwaltschaft wollte den Bericht nicht kommentieren.

Der 17-Jährige kann aus Gründen der Gefahrenabwehr noch bis Freitag in Polizeigewahrsam bleiben. Er war am Samstag gegen 17.00 Uhr von Bundespolizisten im Hauptbahnhof von Hannover aufgespürt und zur Wache mitgenommen worden. Ein Sprengstoffspezialist hatte den Inhalt seiner Tasche begutachtet, aber nichts Gefährliches entdeckt.

Nach Angaben der Bundespolizei war der 17-Jährige vor der Kontrolle am Hauptbahnhof in dem Zug gewesen, der später durchsucht wurde. Die Polizei Hannover hatte erklärte, den Einsätzen sei ein Hinweis der Polizei aus Köln vorausgegangen. Über die Landeskriminalämter in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen seien die Beamten vor Ort informiert worden.

Der Kölner Staatsschutz hat eine Ermittlungsgruppe eingerichtet. Dem 17-Jährigen mit deutscher und türkischer Staatsbürgerschaft drohen nun bis zu fünf Jahre Jugendstrafe – sollten sich die Vorwürfe bestätigen. Derzeit gelte für ihn aber weiterhin die Unschuldsvermutung, hatte die Ermittlungsbehörde betont.