Rund 400 Ratinger dabei: „Impfen ist Solidarität“

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Auf dem Marktplatz versammelten sich rund 400 Ratinger Bürger. Foto: Bluna Connection
Auf dem Marktplatz versammelten sich rund 400 Ratinger Bürger. Foto: Bluna Connection

Ratingen. „Impfen ist Solidarität“, unter dieses Motto hatten Ratinger Initiatoren in der vergangenen Woche eine Kundgebung gestellt. An jenem Montag versammelten sich etwa 400  Bürgerinnen und Bürger.

Auf dem noch in weihnachtliche Atmosphäre getauchten Marktplatz leuchteten Kerzen: Ratinger Bürger zeigten ihr Mitgefühl für die Opfer der Corona-Pandemie.

Und nicht nur das: „Ein Zeichen der Solidarität hatte gesetzt werden sollen und das ist voll gelungen“, resümiert Doris Mause von der Ratinger „Bluna Connection“. Die Initiative hatte die Kundgebung federführend organisiert.

Mause betonte, dass „ein Aufruf zum Impfen nichts mit Ausgrenzung oder Diffamierung von
einzelnen Gruppen zu tun habe, sondern dass der Weg zurück in die Normalität schlicht
nicht anders zu erreichen sei als mit Impfungen“. Impfen schütze den Einzelnen, Impfen
schütze aber auch die Gemeinschaft – es entstehe eine Win-win-Situation. So würde Impfen ein Akt der Solidarität.

Der Aufruf kam an: Quer durch die Parteienlandschaft und mit Beteiligung von Ratinger Organisationen und Initiativen. Auch die Kirchen haben sich beteiligt und die
Veranstaltung unterstützt.

Die Reden von Staatssekretärin Kerstin Griese (SPD) und der Grünen-Landtagskandidatin Ute Meier betonten die politische Dimension der aktuellen Corona-Debatte. Beide wiesen auf die Gefahr der Unterwanderung durch Rechte hin.  Meier betonte insbesondere die Errungenschaften der Aufklärung, die „nicht überein zu bringen seien mit wissenschaftsfeindlichen Verschwörungstheorien“.

Mit einer Schweigeminute gedachten die Anwesenden den Opfern der Pandemie. Kirchenglocken erklangen und das "Hallelujah". Auf dem Rathausbrunnen stellten die Teilnehmenden ihre Kerzen ab. Foto: Bluna Connection
Mit einer Schweigeminute gedachten die Anwesenden den Opfern der Pandemie. Kirchenglocken erklangen und das „Hallelujah“. Auf dem Rathausbrunnen stellten die Teilnehmenden ihre Kerzen ab. Foto: Bluna Connection

Ratingens Bürgermeister Klaus Pesch appellierte, sich impfen zu lassen. Der ärztliche Direktor des Sankt Marien-Krankenhauses, Dr. Kniesburges, berichtete von den Herausforderungen, vor denen die Klinik und insbesondere  alle Mitarbeiter in Zeiten der Corona-Pandemie gestanden haben – und noch immer stehen.

Emotional wurde es bei einem Bericht von Eva-Maria Schulze, einer der „Oma gegen Rechts“. Sie erzählte den Versammelten von der Long-Covid Erkrankung ihrer Tochter. Sie leide nach einem vergleichsweise milden Krankheitsverlauf immer noch „extrem“ unter den Spätfolgen der Krankheit. Das habe emotionale Folgen, auch für die Familie und Kinder.

Begleitet wurde die Kundgebung von einer Impfaktion des Kreises Mettmann: Über 60 Impfungen seien während der Kundgebung auf dem Marktplatz durchgeführt worden, berichtet Doris Mause. Fünf davon seien Erstimpfungen gewesen. „Die Nachricht sorgte bei den Bürgerinnen und Bürgern für viel Applaus“, freut sich Mause.

„Das ist unser schönster Erfolg!“, so Mike Vogel, Mitglied der Ratinger Bluna Connection
und einer der Initiatoren der Kundgebung. „Es zeigt, dass Engagement durchaus etwas
bewegen kann bei den Menschen und dass auch Gespräche etwas bringen. Ich hoffe
sehr, dass das etwas ist, was die Besucher von heute vielleicht mitnehmen: dass man
nicht aufhören darf mit der Überzeugungsarbeit für das Impfen.“