NRW plant keine Förderung von PCR-Testgeräten in Apotheken

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Eine Mitarbeiterin eines Labors nimmt eine Trägerplatte aus einem PCR-Testgerät. Foto: Henning Kaiser/dpa/Symbolbild
Eine Mitarbeiterin eines Labors nimmt eine Trägerplatte aus einem PCR-Testgerät. Foto: Henning Kaiser/dpa/Symbolbild

Düsseldorf. Nordrhein-Westfalen will Niedersachsen bei der Förderung von PCR-Testgeräten in Apotheken zur Entlastung der Laborkapazitäten nicht folgen.

«Zurzeit plant Nordrhein-Westfalen kein entsprechendes Vorgehen», erklärte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Mittwoch. Derzeit sei insbesondere die Zahl der Testkartuschen für solche Geräte in Deutschland begrenzt. Zudem seien solche Geräte nicht für Massentestungen ausgelegt, sondern könnten nur eine sehr begrenzte Zahl an Proben pro Stunde durchführen, erläuterte die Ministeriumssprecherin die Gründe.

Der Apothekerverband Nordrhein hält hingegen eine Förderung bei der Geräteanschaffung für wichtig, um sehr schnell ein flächendeckendes breites Angebot bei den gefragten PCR-Tests zu erreichen. Bei einer neuen Pandemiewelle könnten dann auch die Apotheken gezielt PCR-Tests anbieten, sagte der Vorsitzende Thomas Preis. Bei Anschaffungskosten von etwa 5000 bis 10.000 Euro je Gerät seien eine Anschubfinanzierung und auch Planungssicherheit unerlässlich. Dass keine umfangreichen Pooltestungen für Schulen in Apotheken erfolgen könnten, sei klar.

Niedersachsen will den Engpass bei den PCR-Tests zur Corona-Diagnose mit zusätzlichen Testgeräten in den Apotheken lindern. Apotheken, die ein PCR-Testgerät anschaffen, könnten ab sofort bis zu 80 Prozent des Kaufpreises vom Land erstattet bekommen, wie in Hannover das Landesgesundheitsministerium am Dienstag mitgeteilt hatte. Insgesamt stelle das Land Niedersachsen dafür drei Millionen Euro bereit, pro Apotheke stünden bis zu 3000 Euro zur Verfügung. Nach eigenen Angaben ist Niedersachsen das erste Bundesland mit einer solchen Förderung. Damit soll die Testkapazität um knapp 20 Prozent gesteigert werden.