Versuchter Raubmord vor 31 Jahren: Angeklagter schweigt

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Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa/Symbolbild
Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa/Symbolbild

Bochum. Im Februar 1991 wird in Bochum eine Spielhalle ausgeraubt. Die Kassiererin wird lebensgefährlich verletzt. Jetzt steht der mutmaßliche Täter vor Gericht.

Rund drei Jahrzehnte nach einem versuchten Raubmord in einer Bochumer Spielhalle muss sich der mutmaßliche Täter seit Mittwoch vor Gericht verantworten. Dem 56 Jahre alten Mann wird vorgeworfen, der Kassiererin am 27. Februar 1991 mehrfach mit einem Hammer auf den Kopf geschlagen zu haben. Anschließend soll er mit über 4000 D-Mark geflüchtet sein. Zum Prozessauftakt am Bochumer Landgericht hat sich der libanesische Angeklagte nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Laut Anklage war der heute 56-Jährige der letzte Gast in der Bochumer Spielhalle. Um kurz nach 1.00 Uhr soll er die Spielhallenaufsicht unvermittelt von hinten festgehalten und zugeschlagen haben. Die Frau wurde in die Kassenkabine gestoßen, wo sie regungslos liegenblieb. Laut Staatsanwaltschaft ist der Angeklagte davon ausgegangen, dass sie tot ist.

Die Kassiererin hatte lebensgefährliche Kopfverletzungen erlitten. «Es ist nur glücklichen Umständen zu verdanken, dass die Geschädigte durch die Handlung des Angeklagten nicht verstarb», heißt es in der Anklage. Bis zu ihrem Tod im Jahr 2012 habe sie unter Angstzuständen und Depressionen gelitten.

Der Angeklagte war im vergangenen November in Bremerhaven festgenommen worden. Nach Angaben eines Verteidigers soll er auf einem Kreuzfahrtschiff gearbeitet haben, dass gerade in den Hafen eingelaufen war.

Die Ermittler hatten bei der Tat von 1991 einen Fingerabdruck gesichert, der routinemäßig mit Fingerabdrücken von polizeibekannten Straftätern abgeglichen wurde – darunter auch mit dem des Angeklagten. Dabei hatte es schließlich einen Treffer gegeben.

Nach seiner Festnahme hatte der 56-Jährige die Vorwürfe vehement bestritten. In einem vor Gericht verlesenen Protokoll heißt es dazu: «Meine Hände sind sauber. Mit der Sache habe ich nichts zu tun.»

Das Bochumer Landgericht hat für den Prozess zunächst noch sieben Verhandlungstage bis Anfang März vorgesehen.