Museum Folkwang startet mit Impressionisten-Schau ins Jahr

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Der Schriftzug am Museum Folkwang. Foto: Oliver Berg/dpa/Archivbild
Der Schriftzug am Museum Folkwang. Foto: Oliver Berg/dpa/Archivbild

Essen. Das Museum Folkwang geht mit einer sehenswerten Impressionisten-Schau ins Jubiläumsjahr. Auch Bundespräsident Steinmeier lässt sich die Meisterwerke von Renoir, Gauguin, Monet oder van Gogh nicht entgehen. Beim Festakt am Samstag ist er Ehrengast.

Mit einer wohl einzigartigen Ausstellung von rund 120 Werken der bedeutendsten Impressionisten wie Claude Monet, Paul Gauguin, Vincent van Gogh oder Pierre-Auguste Renoir startet das Museum Folkwang an diesem Wochenende in sein Jubiläumsjahr zum 100. Bestehen des Hauses in Essen. Die große Impressionisten-Schau «Renoir, Monet, Gauguin – Bilder einer fließenden Welt» zeigt von diesem Sonntag an bis zum 15. Mai 2022 die bedeutendsten Werke der Sammlung von Folkwang-Gründer Karl Ernst Osthaus (1874-1921) und eine Auswahl des japanischen Schiffunternehmers und Kunstsammlers Kojiro Matsukata (1866-1950), die normalerweise im National Museum of Western Art in Tokio zu sehen ist.

«Wir haben dem Start entgegengefiebert», sagte Folkwang-Museumsdirektor Peter Gorschlüter bei der Eröffnungspressekonferenz am Donnerstag über die Ausstellung, die nach seinen Angaben einen siebenstelligen Euro-Betrag kostet. Davon würden rund drei Viertel von Sponsoren, Förderern und Partnern des beliebten Museums aufgebracht.

Rund 45 Werke wurden vom Western-Art-Museum in Tokio geliehen, etwa 50 Arbeiten gehören zum Osthaus-Erbe. Dazu kommen weitere Leihgaben aus renommierten Sammlungen wie dem Pariser Musée d’Orsay, dem Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud (Köln), dem Artizon Museum, Ishibashi Foundation (Tokio) oder der James Cohan Gallery in New York.

In der Essener Ausstellung treten wichtige (spät-)impressionistische Erwerbungen der beiden bedeutenden Sammler in den Dialog – unter anderem Renoirs «Lise mit dem Sonnenschirm» (Osthaus), die Essens Kuratorin Nadine Engel als «unsere Mona Lisa» bezeichnet, sowie Édouard Manets «Porträt des Herrn Brun» (Matsukata). Zu bewundern sind in den 14 Ausstellungsräumen auf 1400 Quadratmetern zudem Skulpturen und Plastiken sowie berühmte Gemälde von Paul Cézanne und Paul Signac («Der Hafen von Saint-Tropez»).

Das Letztgenannte gehörte einst zur Folkwang-Sammlung und gelangte später über Umwege in die japanische Hauptstadt. «Es ist ein großes Glück, dass dieses Werk sozusagen an seinen Ursprung zurückkehrt», sagte Gorschlüter stolz. Dass die Werke aus Tokio ins Ruhrgebiet geholt werden konnten, ist vor allem darin begründet, dass das Museum of Western Art derzeit umfangreich renoviert und saniert wird. Vom kommendem Juni an revanchieren sich die Essener, in dem ein großer Teil der Folkwang-Sammlung in das dann im neuen Glanz erstrahlenden Museum of Western Art wandert, dessen Gebäude einst vom schweizerisch-französischen Architekten, Stadtplaner und Möbel-Designer Le Corbusier konzipiert wurde.

Die Essener Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der sich an diesem Samstag gemeinsam mit NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) die Werke anschauen wird und zudem Ehrengast des Festaktes am Abend (19.30 Uhr) in der Essener Philharmonie sein wird.

Die Impressionisten bilden den Auftakt einer ganzen Reihe hochkarätiger Events im Jubiläumsjahr des Folkwang-Museums. Es folgen weitere Veranstaltungen wie eine Expressionisten-Ausstellung ab 20. August mit dem Titel «Entdeckt – Verfemt – Gefeiert», Konzerte, Aufführungen, Vortragsreihen, Führungen, Workshops und Seminare. An Kinder, Familien und Schulklassen wurde ebenfalls mit speziellen Angeboten gedacht, die das umfangreiche Programm bis in das kommende Jahr abrunden. Sogar ein großes Sommerfest im August ist geplant.