Razzia in Baufirmen: Zoll gelingt Schlag gegen Schwarzarbeit

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Beamte des Zoll betreten bei einer Razzia ein Bürogebäude. Foto: Boris Roessler/dpa/Symbolbild
Beamte des Zoll betreten bei einer Razzia ein Bürogebäude. Foto: Boris Roessler/dpa/Symbolbild

Aachen. Zollfahnder sind bei einer Razzia im Raum Heinsberg und in anderen Teilen Nordrhein-Westfalens gegen Schwarzarbeit am Bau vorgegangen. Mindestens 15 Beschuldigte sollen in ein Geflecht aus Firmen und Scheinfirmen verstrickt sein, wie das Hauptzollamt Aachen am Donnerstag mitteilte.

Die Durchsuchungen von 32 Wohn- und Geschäftsräumen geschahen schwerpunktmäßig im Raum Heinsberg, aber auch in Düsseldorf und in Dortmund. 240 Zollfahnder waren daran beteiligt. Vier Beschuldigte wurden festgenommen, drei von ihren sind Angehörige einer Familie.

Den Beschuldigten wird neben den Schwarzgeld-Zahlungen auch das Vorenthalten und die Veruntreuung von Arbeitsentgelt sowie Lohnsteuerhinterziehung vorgeworfen. Inklusive vorenthaltener Zahlungen an eine Versorgungskasse des Baugewerbes liegt der Schaden den Ermittlern zufolge im Millionen-Euro-Bereich.

Die Tatverdächtigen sollen Arbeitnehmer aus Albanien ohne Erlaubnis auf Baustellen eingesetzt und mit Schwarzgeld entlohnt haben. Das Aachener Hauptzollamt hatte bereits vor Monaten eine zwölfköpfige Einheit zur Bekämpfung des Netzwerks gegründet. Sie ermittelten monatelang verdeckt. Am Donnerstag kam es zur großangelegten Razzia, an der auch Polizisten und Steuerfahnder beteiligt waren.