Köln will Benin-Bronzen an Nigeria zurückgeben

25
Nanette Snoep, Direktorin des Rautenstrauch-Joest-Museum, steht neben einer Vitrine mit Benin-Bronzen. Foto: Marius Becker/dpa/Archivbild
Nanette Snoep, Direktorin des Rautenstrauch-Joest-Museum, steht neben einer Vitrine mit Benin-Bronzen. Foto: Marius Becker/dpa/Archivbild

Köln. Die Stadt Köln will ihre Benin-Bronzen aus dem Rautenstrauch-Joest-Museum an Nigeria zurückgeben. Wie die Stadt am Freitag mitteilte, hat der Stadtrat beschlossen, die Rückgabe in Abstimmung mit dem Auswärtigen Amt und dem Staatsministerium für Kultur vorzubereiten.

Im Bestand des Rautenstrauch-Joest-Museums befinden sich 96 Benin-Hofkunstwerke aus Nigeria, die 1897 von der britischen Armee aus dem Königspalast des Königreichs Benin geraubt wurden. Die Werke wurden anschließend in Europa versteigert. Insgesamt 96 davon gelangten im Laufe der Zeit in das Kölner Museum. Es ist die viertgrößte Sammlung von Benin-Hofkunstwerken in Deutschland.

Das Auswärtige Amt bereitet für das Frühjahr eine politische Rahmenvereinbarung zwischen Nigeria und Deutschland vor. Die Übertragung der Eigentumsrechte schließe nicht aus, dass auch künftig ein Teil der Bronzen in deutschen Museen gezeigt werde, sagte die Direktorin des Rautenstrauch-Joest-Museums, Nanette Snoep, der Deutschen Presse-Agentur. «Die Entscheidung darüber liegt dann aber bei Nigeria. Das bedeutet, dass sich die durch den Kolonialismus begründeten Machtverhältnisse umgekehrt haben.»