Steinmeier bei Folkwang-Jubiläum

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Festakt Museum Folkwang
Frank-Walter Steinmeier geht zusammen mit seiner Frau Elke Büdenbender durch die Ausstellung «Renoir, Monet, Gauguin - Bilder einer fließenden Welt». Foto: Oliver Berg/dpa

Essen  Das Museum Folkwang in Essen feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen. Bei einem Festakt am Abend vor der offiziellen Eröffnung der beeindruckenden Jubiläumsausstellung würdigt Bundespräsident Steinmeier die Revierstadt und die Bedeutung ihres Museums.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat zum 100-jährigen Bestehen des Museums Folkwang in Essen die Bedeutung des Hauses hervorgehoben. Er erinnerte in seiner Rede beim Festakt an die Zeit der Industrialisierung zu Beginn des 20. Jahrhunderts sowie den Ursprung der Sammlung. Damals habe im Ruhrgebiet etwas zu leuchten begonnen, «das bis heute nicht aufgehört hat, die Besucher zu faszinieren», sagte Steinmeier am Samstagabend in der Essener Philharmonie. Das Folkwang sei «eines der bedeutendsten Museen moderner Kunst Deutschlands».

Essen könne für andere Orte im Land als nachahmenswertes Beispiel dienen, sagte Steinmeier. Er betonte, dass der Erweiterungsbau im Zeit- und im Kostenplan geblieben sei. «Wenn man aus Berlin kommt, ist das allein schon ein Grund zum Staunen», sagte Steinmeier und erntete für die Anspielung viele Lacher. Der Bundespräsident hob besonders hervor, dass der Eintritt für die Dauerausstellung in der «Volkshalle» der Kunst stets kostenlos sei. Die Stadt Essen verzichte so auf Eintrittsgelder. «Sie weiß offenbar, was sie hier für einen Schatz hat – und dass dieser Schatz für möglichst alle zugänglich sein sollte. Mein Glückwunsch zum Hundertjährigen schließt deshalb einen großen Dank für dieses vorbildliche Engagement ein.»

Zuvor hatte Steinmeier gemeinsam mit dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Hendrik Wüst (CDU) bei einem Rundgang im Museum die Jubiläumsausstellung «Renoir, Monet, Gauguin – Bilder einer fließenden Welt» bewundert. «Wir in Nordrhein-Westfalen sind stolz auf das Folkwang-Museum. Es strahlt weit über die Grenzen Essens hinaus», sagte Wüst. Nordrhein-Westfalen und das Ruhrgebiet hätten sich über die Jahre zu einem kulturellen Zentrum mit einem vielfältigen Angebot entwickelt. Gerade in den vergangenen zwei Jahren der Pandemie aber habe «die Kunst und Kultur gelitten».

Die gut 120 Werke, insbesondere berühmter französischer, aber auch anderer internationaler Künstler sind von diesem Sonntag an bis zum 15. Mai im Museum der Ruhrmetropole auf 1400 Quadratmetern in 14 Ausstellungsräumen für die Öffentlichkeit zugänglich.

Die große Impressionisten-Schau mit den Sammlungen des Folkwang-Gründers Karl Ernst Osthaus und des japanischen Kunstsammlers Kojiro Matsukata aus dem National Museum of Western Art in Tokio bildet den Auftakt zahlreicher Veranstaltungen im Jubiläumsjahr des 1922 von Hagen nach Essen gewanderten Museums.