Drach-Prozess: Gericht lehnt mehrere Verteidiger-Anträge ab

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Der Angeklagte Thomas Drach steht beim Auftakt seines Prozesses im Verhandlungssaal. Foto: Oliver Berg/dpa
Der Angeklagte Thomas Drach steht beim Auftakt seines Prozesses im Verhandlungssaal. Foto: Oliver Berg/dpa

Köln. Am zweiten Verhandlungstag im Prozess gegen den früheren Reemtsma-Entführer Thomas Drach hat das Landgericht Köln mehrere Anträge der Verteidiger abgelehnt.

In einem davon ging es um eine Aussetzung der Hauptverhandlung für wenigstens drei Wochen. Der Argumentation der Verteidigung, die Einsendung weiteren Aktenmaterials vor dem Prozess habe eine ausreichende Einarbeitung in den Fall zeitlich nicht ermöglicht, folge die Kammer nicht, sagte Richter Jörg Michael Bern am Montag in Köln. Ebenso abgelehnt wurde ein Antrag, der Verteidigung Datenträger mit akustischen Aufzeichnungen des Prozesses auszuhändigen, Datenträger entsprechend zu bespielen oder eigene Aufnahmen der Anwälte zu erlauben.

Drach werden in dem Prozess Überfälle auf vier Geldtransporter in Köln, Frankfurt am Main und Limburg vorgeworfen. Die Anklage lautet unter anderem auf versuchten Mord und besonders schweren Raub. Drach bestreitet die Vorwürfe. Ein mutmaßlicher Komplize ist mitangeklagt.

Drach hatte 1996 den Erben der Hamburger Tabak-Dynastie Reemtsma, Jan Philipp Reemtsma, entführt und ihn später gegen Lösegeld wieder freigelassen. Für die Tat wurde er einst zu vierzehneinhalb Jahren Haft verurteilt. Anfang 2021 war er wegen des Verdachts auf die Überfälle in den Niederlanden festgenommen worden.