Zahl der Versicherungsmakler sinkt deutlich

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Ein Gespräch über einen Vertrag. Foto: pixabay
Ein Gespräch über einen Vertrag. Foto: pixabay

Düsseldorf. Für die in Nordrhein-Westfalen ansässigen Versicherungen sind deutlich weniger Menschen tätig als früher. Wie eine am Mittwoch vorgestellte Prognos-Studie zeigt, sind in dem Bundesland derzeit etwa 115.000 Menschen direkt bei Versicherungen beschäftigt oder als externe Makler im Einsatz. Das sind 11.000 weniger als 2012. Auftraggeber für die Studie war eine Gruppe von Versicherungen.

Die Entwicklung liegt vor allem daran, dass die Zahl externer Makler gesunken ist. Studienautor Johann Weiß nannte hierfür die «Digitalisierung der Vertriebskanäle» als einen Grund. Viele Makler gaben ihre Einzelbüros auf, weil Anforderungen gestiegen und ihre Kosten zu hoch sind. Stattdessen arbeiten Makler verstärkt zusammen und bilden Pools. Von den 115.000 in NRW für Versicherungen tätigen Menschen sind den Angaben zufolge 76.000 direkt bei den Assekuranzen angestellt, der Rest sind externe Makler und Berater.

Der Vorsitzende eines Arbeitskreises von elf Versicherern aus NRW, Ulrich Leitermann, sagte, dass die Versicherungsunternehmen vergleichsweise stabile Beschäftigtenzahlen hätten. Mit Blick auf die kommenden Jahre sagte der Chef von Signal Iduna: «Die Tendenz geht dahin, dass wir Wachstum mit der gleichen Mitarbeitermannschaft in den Häusern bewältigen wollen, da spielen die Digitalisierung und weitere Automatisierung eine Rolle.»

Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) betonte bei der Vorstellung der Studie die Bedeutung der Branche für das Bundesland. In NRW sind viele große Versicherungen beheimatet, etwa die Gothaer (Köln), die Arag (Düsseldorf), Signal Iduna (Dortmund) und die Barmenia (Wuppertal).

Insgesamt haben 103 Versicherungsunternehmen ihren Sitz in dem Bundesland. Der Studie zufolge entfallen in jeder Versicherungssparte mindestens ein Viertel der in Deutschland gezahlten Beiträge auf ein Unternehmen aus NRW. Bei den Krankenversicherungsbeiträgen liegt der Marktanteil der Studie zufolge sogar bei 44 Prozent.