Remis in Paderborn: Dynamos Reaktion «ganz gut gelungen»

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Paderborns Kai Pröger (hinten, 2.v.l) schießt den Ball auf das Tor von Dresdens Anton Mitryushkin. Foto: Friso Gentsch/dpa
Paderborns Kai Pröger (hinten, 2.v.l) schießt den Ball auf das Tor von Dresdens Anton Mitryushkin. Foto: Friso Gentsch/dpa

Dresden. Es war sicherlich nicht Dynamo Dresdens fußballerisch beste Leistung in dieser Saison. Am Ende ist der Punktgewinn gegen SC Paderborn aber ein weiterer wichtiger Schritt im Kampf um den Klassenverbleib.

Mit viel Leidenschaft und großem Einsatz hat sich Dynamo Dresden im Schlagabtausch mit dem SC Paderborn ein 0:0 erkämpft. Um das 90-minütige Spielgeschehen korrekt wiederzugeben, müsste man eigentlich sagen: ermauert. Es sei «bei weitem nicht alles perfekt» gewesen, resümierte Trainer Alexander Schmidt. Man habe sich nach dem blamablen 1:4 im Ostklassiker gegen Hansa Rostock vorgenommen, eine Reaktion zu zeigen und Taten folgen lassen. «Das ist uns in Teilen ganz gut gelungen», sagte der 53-Jährige.

Die ersten 20 Minuten hatte der Aufsteiger im Gegensatz zur Vorwoche, als man gegen Hansa innerhalb von zwölf Minuten vier Gegentore kassierte, dieses Mal nicht verschlafen. Die Dresdner wirkten fokussiert und besser eingestellt. Dies resultierte nicht zuletzt aus den Umstellungen, die Schmidt vorgenommen hatte. In der Startelf gab es gleich vier Veränderungen. Für Daferner (gelbgesperrt), Becker, Königsdörffer sowie Mörschel (alle Bank) begannen Akoto, Borrello, Drchal und Schröter. Zudem agierte die SGD in einem 4-2-3-1 statt wie gewohnt im 4-4-2 mit Raute. «Wir wollten kompakt stehen und im Mittelfeld pressen», erklärte Schmidt. Mit zwei Sechsern vor der Abwehr wollte der 53-Jährige für eine Stabilisierung der Defensive sorgen.

Da statt wie gewohnt einem nun zwei defensive Mittelfeldspieler auf dem Platz standen, musste das Spiel der Dresdner ohne zweiten Stürmer auskommen. Zu Beginn ging dieser taktische Kniff dennoch auf. «Wir hatten sehr gute Umschaltmomente und Umschaltaktionen, gerade in der ersten Halbzeit», meinte Dynamos Kapitän Yannick Stark. Zu oft kam jedoch der letzte Pass nicht, so zum Beispiel in der 11. Minute. Morris Schröter, Vaclav Drchal und Brandon Borello stürmten über die rechte Angriffsseite auf die Hintermannschaft der Paderborner zu. Statt die Überzahl auszunutzen, verschleppte Schröter das Tempo und verpasste das Abspiel auf den völlig freistehenden Borello. «Wenn wir diese Situationen besser ausgespielt hätten, dann wäre es möglich gewesen, ein Tor zu erzielen. Dann hätten wir noch mehr mitnehmen können» sagte der Trainer.

Dies wäre aber, trotz der aufopferungsvollen Defensivschlacht, die Dynamo am Samstag bot, des Guten zu viel gewesen. In der zweiten Halbzeit spielte nämlich nur noch Paderborn. Die Hausherren drückten auf den Siegtreffer, während die Schwarz-Gelben zusehends an Kräften verloren. «Die Schlussphase war schon sehr ekelhaft für uns, weil Paderborn gut gedrückt hat», musste auch Verteidiger Michael Akoto gestehen. «Wir haben uns als Mannschaft festgesetzt, dass wir in den letzten Minuten alles daransetzen, das Tor zu verteidigen und hier mit einem Punkt herausgehen», sagte der 24-Jährige.

Über die gesamte Partie gesehen konnte sich Dynamo ein ums andere Mal bei Schlussmann Anton Mitryushkin bedanken. Der Russe vertrat erneut den an der rechten Hand verletzten Stammtorwart Kevin Broll. Nach Paraden gegen Florent Muslija und Kai Pröger (35./52.) attestierte Schmidt seiner «Nummer 2» zurecht ein «sehr gutes Spiel».

Nach dem torlosen Remis gegen Paderborn ist Dynamo nun auch im vierten Spiel der Restrückrunde sieglos. In den kommenden sechs Partien warten auf den Aufsteiger nun ausschließlich Mannschaften aus der oberen Tabellenhälfte. Oberstes Ziel muss es deshalb sein, eine gute Balance zwischen defensiver Absicherung und offensiver Torejagd zu finden.