Erste NBV-Herren erfolgreich im nächtlichen Nerven-Krimi 

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Die erste Herrenmannschaft des Netzballvereins, Mark Joachim, Tom Schönenberg, Tim van den Dijssel und Fyn Franke, hat es geschafft: Ein 3:3 Unentschieden gegen den Solinger TC 02 reichte für den Klassenerhalt in der Niederrheinliga. Foto: privat
Die erste Herrenmannschaft des Netzballvereins, Mark Joachim, Tom Schönenberg, Tim van den Dijssel und Fyn Franke, hat es geschafft: Ein 3:3 Unentschieden gegen den Solinger TC 02 reichte für den Klassenerhalt in der Niederrheinliga. Foto: privat

Velbert. Die ersten Herren des Netzballvereins Kostenberg konnten sich den Klassenerhalt in der Niederrheinliga sichern. Das Duell gegen den Solinger TC, der ebenfalls um den Klassenerhalt kämpfte, wurde erst im letzten Match entschieden. Es berichtet Katja Ihlo.

Die Uhr in der Tennishalle am Kostenberg zeigt 1.45 Uhr in der Nacht an als Mark Joachim mit einem Schmetterball den fünften Matchball im Doppel an der Seite von Tim van den Dijssel zum 14:12 im Match Tie Break verwandeln kann. Mit lautem Jubelgeschrei rennen die Mannschaftskollegen und einige Zuschauer auf den Platz und freuen sich gemeinsam über den hart erkämpften Klassenerhalt in der Niederrheinliga.

Eine wahre Tenniskrimi-Nacht liegt hinter den Spielern und Zuschauern. Im Duell mit dem Solinger TC 02 ging es für beide Teams um den Verbleib in der höchsten Liga in der Winterrunde. Solingen benötigte dafür einen Sieg, dem Netzballverein reichte ein Unentschieden.

Angereist waren die Solinger Gäste mit der gleichen Mannschaft, mit der sie in der Vorwoche auch den starken Gladbacher HTC mit 4:2 besiegen konnten. Die NBV-Herren mussten auf ihren Stammspieler Louis Kaun verzichten, der aus gesundheitlichen Gründen nicht antreten konnte. Für ihn kam der Niederländer Tim van den Dijssel zum Einsatz an Position vier, der sonst für die zweiten NBV-Herren in der zweiten Verbandsliga aufschlägt.

In der ersten Einzelrunde gingen van den Dijssel und Joachim für den NBV an den Start. Der Niederländer hielt zunächst gut mit, unterlag dann aber seinem starken Solinger Gegner Nico Mertens mit 2:6, 2:6.

Auch NBV-Cheftrainer Mark Joachim verlor den ersten Durchgang gegen den aufschlaggewaltigen 1,98 Meter großen Ferdinand Spickhoff mit 3:6. Im zweiten Satz konnte Joachim aber verstärkt seine pfeilschnelle Vorhand einsetzen und konterte mit 7:6. Im Match Tie Break gelangen dem Solinger auf dem sehr schnellen Teppichbelag wieder mehrere Aufschlag-Asse zum 10:6.

Die Netzballer mussten nun mit einem 0:2 Rückstand in die zweite Einzelrunde gehen. Trotz des zunehmenden Drucks Punkte einfahren zu müssen, ging die NBV-Nummer eins Tom Schönenberg selbstbewusst in das Spitzeneinzel gegen Moritz Poswiat. Schönenberg spielte sehr stark auf und kontrollierte das Match mit präzisen und druckvollen Schlägen gegen den Solinger, der in der Vorwoche noch den Gladbacher Bundesligaspieler Tim Sandkaulen mit 6:4, 6:3 geschlagen hatte.

Gegen Schönenberg blieb Poswiat aber chancenlos und so gewann der Velberter das Match mit 6:2, 6:4.

An Position drei verlor Fyn Franke den ersten Satz mit 4:6 gegen Jonas Poswiat, konnte sich dann aber enorm steigern und den zweiten Satz im Tie Break mit 7:6 gewinnen. Im Match Tie Break lag Franke bereits mit 9:5 vorne, konnte aber die Matchbälle nicht verwandeln. Poswiat bekam wieder Aufwind und nutzte gleich seinen ersten Matchball zum 11:9.

Damit stand es nach den Einzeln 3:1 für den Solinger TC 02. Zum Klassenerhalt mussten die NBV-Herren nun beide Doppel gewinnen.

Im ersten Doppel traten für den NBV Schönenberg und Franke gegen den Aufschlagriesen Spickhoff und Jonas Poswiat an. Gleich im ersten Spiel des Matches gelang den Netzballern der Coup, Spickhoff den Aufschlag abzunehmen und mit einem Break 1:0 in Führung zu gehen. Die Velberter hielten ihre Aufschlagspiele den ganzen Satz über und holten sich den Durchgang mit 6:4. Im zweiten Satz gelang dem NBV-Duo wieder schnell ein Break, danach verlor aber zum ersten Mal Schönenberg sein Aufschlagspiel. Erneut schafften die Velberter ein weiteres Break, das sie dann bis zum Matchgewinn mit 6:4 halten konnten.

Mit dem Punktgewinn war ein weiterer wichtiger Schritt Richtung Klassenerhalt geschafft, aber Joachim und van den Dijssel hatten einen harten Kampf zu bestreiten gegen die Solinger Nummer eins Moritz Poswiat und Nico Mertens.

Entscheidung im letzten Doppel

Das eingespielte Solinger Doppel ging schnell mit 5.2 in Führung. Die Netzballer verkürzten noch auf 4:5, verloren den ersten Satz aber mit 4:6. Im zweiten Satz kamen Joachim und van den Dissel besser ins Spiel und lagen ihrerseits mit 5:2 in Führung. Die Klingenstädter glichen noch zum 6:6 aus, bevor der zweite Durchgang mit 7:6 an die Velberter ging und die Partie wieder offen war.

Der Match Tie Break musste die Entscheidung in der Nachtpartie bringen. Dem Heimteam gelang mit konzentrierter Leistung die Führung zum 9:6 und erspielte sich gleich drei Matchbälle. Die Solinger kämpften, blieben im Spiel, glichen aus und hatten auf einmal selber beim Spielstand von 11:10 bei eigenem Aufschlag die Möglichkeit, den entscheidenden Punkt für ihr Team zu erspielen.

Diesmal schlugen die Netzballer zurück, glichen aus und erkämpften sich einen weiteren Matchball beim Stand von 13:12. Mark Joachim gelang durch einen guten Volley und einem nachfolgenden Schmetterball der erlösende Siegpunkt. Die Schläger fielen zu Boden und mit dem Endstand von 3:3 sicherten sich die NBV-Herren den Klassenerhalt in der Niederrheinliga.

Schönenberg, der seit seiner Kindheit Medenspiele bestreitet, musste zugeben: „So eine enge Partie, mit so vielen Wendungen, habe ich auch noch nicht erlebt! Wir sind so erleichtert und nur noch platt!“