Gestiegener Personalausfall in Krankenhäusern

29
Am Parkhaus des Universitätsklinikums Düsseldorf ist der Schriftzug für die Klinik angebracht. Foto: Roland Weihrauch/dpa/Archivbild
Am Parkhaus des Universitätsklinikums Düsseldorf ist der Schriftzug für die Klinik angebracht. Foto: Roland Weihrauch/dpa/Archivbild

Die Omikron-Welle macht um das Krankenhaus-Personal keinen Bogen. In vielen Kliniken ist der Personalausfall gestiegen – dabei spielt auch Quarantäne eine Rolle.

Die Omikron-Welle führt in Krankenhäusern in Nordrhein-Westfalen zu einem gestiegenen Personalausfall. Dabei gehe es nicht allein um Corona-Infektionen von Beschäftigten, sondern auch um Quarantäne-Fälle oder eine zeitweise notwendige Kinderbetreuung zu Hause, berichteten die Krankenhausgesellschaft, Verdi und das Gesundheitsministerium des Landes. Gleichzeitig sei die Zahl der Patienten gestiegen, die mit oder wegen Corona zur Behandlung ins Krankenhaus kommen. Die Uniklinik Düsseldorf verzeichnet nach Angaben eines Sprechers derzeit den schwersten Personalausfall seit Beginn der Pandemie.

Die Personal-Lage ist nach Einschätzung der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen aber weiterhin beherrschbar. Anders als auf den Intensivstationen könne auf den derzeit enorm geforderten Isolierstationen leichter Personal aus anderen Abteilungen eingesetzt werden, um die Versorgung der Patienten sicherzustellen. «Die Versorgung ist aktuell nicht gefährdet», erklärte der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen, Matthias Blum.

Konkrete Zahlen zum Personalausfall lägen der Krankenhausgesellschaft NRW zwar nicht vor. Aus zahlreichen Rückmeldungen von Kliniken sei aber bekannt, dass sie Personalausfälle derzeit in ähnlichem Umfang wie andere Unternehmen registrierten. Teilweise führe das dazu, dass einzelne Stationen vorübergehend geschlossen werden müssten, weil nicht mehr alle drei Schichten eines Tages besetzt werden könnten. Die Krankenhäuser passten ihren Betrieb permanent an die Lage an.

Das NRW-Gesundheitsministerium zeichnet ein ähnliches Bild: In den wöchentlichen Telefon- und Videokonferenzen der Bezirksregierungen mit Krankenhäusern werde über spürbare Ausfälle durch Infektionen, Quarantäne und Quarantäne betreuungsbedürftiger Familienangehöriger in einer Reihe von Krankenhäusern berichtet. Die Ausfälle führten in einigen Krankenhäusern zu zeitweisen Stationsschließungen und zur Absage geplanter Eingriffe, erklärt das Ministerium. Regional ließen sich diese Einschränkungen jedoch bisher kompensieren.

Nach Beobachtung der Gewerkschaft Verdi NRW geht der anfangs starke Anstieg bei der Zahl der Ansteckungen von Krankenhausbeschäftigten leicht zurück. Auf einzelnen Stationen gebe es jedoch immer wieder Ausbrüche, auch bei vollständig geimpften und geboosterten Mitarbeitern. In den Unikliniken Essen, Bonn, Düsseldorf und Aachen liegt die Impfquote des Personals nach eigenen Angaben mittlerweile bei mehr als 90 Prozent. Ein Sprecher der Uniklinik Düsseldorf erklärte, er sei froh, dass «damit die meisten mit hoher Wahrscheinlichkeit gegen schwere Verläufe geschützt» seien.

In den Unikliniken Essen und Düsseldorf ist nach eigenen Angaben mittlerweile mehr als jeder zweite Corona-Patient mit und nicht wegen der Infektion im Krankenhaus. In Aachen liegt der Anteil der sogenannten nebenbefundlichen Corona-Fälle einem Sprecher zufolge bei etwa 65 Prozent. Diese Patienten seien entweder erst in der Klinik positiv auf das Coronavirus getestet worden oder hätten die Infektion vor einer geplanten Behandlung mitgeteilt, erläuterte ein Sprecher des Uniklinikums Düsseldorf.

«Für uns im Krankenhaus ändert das relativ wenig», betonte er mit Blick auf die Schutzmaßnahmen wie die Schutzbekleidung des Personals und die Isolierung der betroffenen Patienten. Sowohl bei Notfällen als auch bei geplanten Eingriffen gebe es Patienten, die infiziert seien. Die Behandlungen erfolgten unter entsprechendem Schutz. «Das ist für unsere Beschäftigten aufwendiger Alltag», verdeutlichte der Sprecher der Uniklinik Düsseldorf. Nur in Absprache mit den Patienten werde eine Behandlung oder ein Eingriff im Einzelfall verschoben.