Sucht in der Familie: Schaufenster-Aktion soll sensibilisieren

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Bei einer Suchterkrankung sind oft auch Angehörige betroffen. Foto: pixabay
Bei einer Suchterkrankung sind oft auch Angehörige betroffen. Foto: pixabay

Wülfrath/Mettmann. Auch in diesem Jahr führt die Suchthilfe des Caritasverbandes für den Kreis Mettmann Aktionen für Kinder suchterkrankter Eltern durch. In der Woche vom 14. bis zum 20. Februar werden im Rahmen der bundesweitern COA-Aktionswoche (Children of Alcoholics/ Children of Addicts = COA), mehrere Schaufenster zum Thema durch die Suchthilfe gestaltet.

Die Caritas-Suchthilfe möchte mit dieser kleinen Aktion, auf die Situation von Kindern suchtkranker Eltern aufmerksam machen, Bewusstsein für die Sorgen und Probleme der Kinder schaffen und Entlastungsmöglichkeiten aufzeigen.

Die Fachkräfte der Caritas-Suchthilfe halten, auch in Zeiten der Pandemie verschiedene Angebote für alle Betroffenen der Familien vor und freuen sich über einen Anruf!

Aktuelle Zahlen belegen: in Deutschland, leben etwa 2,65 Millionen Minderjährige mit einem alkoholerkrankten Elternteil, 40.0000 bis 60.000 mit einem drogenabhängigen Elternteil und 37.500 mit einem glückspielsüchtigen Elternteil zusammen. Weitere Schätzungen besagen, dass im Jahr 2014 in Deutschland, 12.650 Kinder mit einer Fetalen Alkoholspektrum-Störung (FASD) geboren wurden. Davon hatten ca. 3.000 Babys das Fetale Alkoholsyndrom (FAS) Also das Vollbild der Erkrankung. In allen Bereichen wird von hohen Dunkelziffern ausgegangen.

Kinder aus Suchtfamilien sind in Deutschland also keine Randgruppe. Kinder von Suchtkranken haben ein hohes Risiko, selber eine Suchterkrankung oder eine psychische oder soziale Störung zu entwickeln.

Schaufenster in Mettmann und Wülfrath

Ein Standort unseres Schaufensters ist das Schaufenster der Caritas-Suchthilfe in der Nordstraße 2a in Wülfrath. Ein weiteres befindet sich bei den Caritas-Familiendiensten in der Mittelstraße 13 in Mettmann.

Weitere Standorte sind in Mettmann die Johannes-Flintrop Str. 19 und die Lutterbeckerstr. 30 und 31. Die Projektmitarbeiterinnen laden alle Interessierten herzlich dazu ein, die Schaufenster in ihrer Nähe zu erkunden.

Interessierte finden dort zwei QR-Codes. Der eine führt auf die COA Webseite und gibt einen Überblick über die Aktionen zum Thema Kinder aus Familien mit suchterkrankten Eltern.

Zusätzlich hat Caritas-Suchthilfe ein „Padlet“ (eine digitale Pinnwand) an Multiplikatoren, wie weitere Suchthilfen des Kreis Mettmann versandt. Darauf sind unter anderem Hörproben von Kinderbüchern zu diesem Thema und eine Literaturliste zu finden. Zudem wird ein online FASD- Nachmittag angeboten, um auf die Entlastungsangebote im Kreis Mettmann, für von FASD betroffene Menschen und Familien aufmerksam zu machen.

Der zweite QR-Code führt zu der neuen „KIWI- Kinder wollen Kinder sein“ Webseite. Dort zu finden sind die Hilfeangebote für betroffene Kinder, Familien und Angehörige.

Es können Kinder und ihre Familien Natali Zimny, die „Kiwi-Kinder wollen Kind sein“ Fachkraft jeden Montag in der „Kiwi-Sprechstunde“ in den Räumlichkeiten der Caritas Familiendienste in der Mittelstraße 13 in Mettmann aufsuchen.