Corona überwunden: Wieder Rundgang an der Kunstakademie

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Kunstschüler Florian Bittner aus der Klasse von Professor Schulze an der Kunstakademie präsentiert seine Abschlussarbeiten.
Kunstschüler Florian Bittner aus der Klasse von Professor Schulze an der Kunstakademie präsentiert seine Abschlussarbeiten. Foto: Roberto Pfeil/dpa

Objekte aus Edelstahl und Keramik, Videos, eine gewaltige Leinwand und viel Malerei – in der renommierten Düsseldorfer Kunstakademie zeigen Studenten ab Mittwoch wieder ihre Semester- und Abschlussarbeiten. Nachdem der «Rundgang» 2021 wegen des Corona-Lockdowns ausfiel und im Oktober nachgeholt wurde, stehen dieses Jahr die Tore der Akademie wieder zur gewohnten Zeit offen. Kunstliebhaber, Sammler und Galeristen können auf der Suche nach neuen Talenten durch die Werkräume schweifen. Im kommenden Jahr feiert die ehrwürdige Akademie ihr 250. Jubiläum.

In den vergangenen zwei Jahren hätten alle Studenten vor besonderen Herausforderungen gestanden, sagte Nordrhein-Westfalens Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen am Montagabend bei der Eröffnung des Rundgangs. Das Kunststudium hätte zeitweise in den digitalen Raum verlegt werden müssen, was «wahnsinnig schwierig» und kaum vorstellbar gewesen sei. «Wir müssen jetzt unbedingt zurückkommen zum Austausch miteinander.»

Steffen Jopp aus der Klasse von Gregor Schneider hat die Corona-Zeit gut überstanden – mit Hilfe eines der Tausenden vom Land NRW als Unterstützung in der Pandemie vergebenen Künstlerstipendien. Aus Edelstahl hat er für seine Abschlussarbeit meterhohe maskenähnliche Objekte geschaffen. Corona habe ihm geholfen, sich zu konzentrieren, sagt der 30-Jährige. Mit dem Stipendium konnte er Atelier, Werkstatt und Lager halten.

Niels Plata aus der Klasse von Tomma Abts hat Keramiken geschaffen, die wie zerquetschte Gesichter wirken und mit echtem Haar versehen sind. Wasser, rot wie Blut fließt, durch die «Heimbrunnen». Durch Corona sei er gezwungen gewesen, zuhause zu arbeiten, sagt Plata. Dadurch seien intimere Arbeiten entstanden.

Viele Arbeiten der Studenten erscheinen dieses Jahr kleiner und filigraner. Einige haben aber auch Großformate entwickelt, etwa eine fast 23 Quadratmeter große Leinwand mit Kaffeepulver bearbeitet. Florian Bittner aus der Klasse von Andreas Schulze hat großformatige Fotografien wie farbenfrohe pointillistische Gemälde geschaffen.

Die Arbeiten sind noch bis Sonntag in den Werkräumen zu sehen. Jedes Jahr zieht der Rundgang Tausende Besucherinnen und Besucher an. Die Düsseldorfer Akademie wurde 1773 durch den Kurfürsten Carl Theodor als Kurfürstlich Pfälzische Akademie der Maler-, Bildhauer- und Baukunst gegründet.