Impfpass-Fälschungen: Arztpraxis und Wohnungen durchsucht

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Ein Impfbuch liegt auf einem Tisch.
Ein Impfbuch liegt auf einem Tisch. Foto: Fabian Sommer/dpa/Symbolbild

Großeinsatz der Polizei: Mehr als 200 Polizisten sind am frühen Dienstagmorgen zu Durchsuchungen in Köln, Leverkusen und Erftstadt aufgebrochen, um dem Verdacht der Fälschung von Corona-Impf- und -Test-Zertifikaten nachzugehen. Die Ermittlungsgruppe «Stempel» durchsuchte insgesamt 40 Wohnungen und eine Arztpraxis, wie Polizei und Staatsanwaltschaft Köln mitteilten.

Insgesamt laufen Verfahren gegen 46 Beschuldigte, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagte. Zwischen den einzelnen Fällen bestehe nach aktuellem Stand aber kein Zusammenhang. Einem in Köln niedergelassenen Arzt werde zur Last gelegt, Impfbescheinigungen ohne tatsächlich durchgeführte Corona-Impfungen ausgestellt zu haben. In weiteren Verfahren werde den Beschuldigten vorgeworfen, gefälschte Impfzertifikate hergestellt beziehungsweise gefälschte Testnachweise oder Impfpässe beschafft und verwendet zu haben.

Bei den Durchsuchungen seien «zahlreiche, mutmaßlich gefälschte» Impfnachweise und Testzertifikate sichergestellt worden. Die Ermittler fanden demnach auch ausgedruckte digitale Impfzertifikate. Ob es sich – wie vermutet – um Fälschungen handle, müsse noch abschließend überprüft werden.

Bei den Einsätzen sei es auch zu zwei Festnahmen gekommen, die allerdings nicht im Zusammenhang mit den Verfahren stünden, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Es gehe dabei um Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz. Zudem sei es auch zu Zufallsfunden gekommen. So stellten die Beamten neben den mutmaßlich gefälschten Nachweisen auch Bargeld, eine scharfe Schusswaffe und Marihuana sicher.