Proteste wegen Aufgabe im Schulbuch: Verlag will reagieren

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Schule
Stühle stehen in einem Klassenzimmer auf den Tischen. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Siegburg. Nach Protesten wegen einer «klischeehaften Schulaufgabe» für die Oberstufe eines Gymnasiums in Siegburg will der kritisierte Schulbuchverlag laut Medienbericht reagieren.

In einem für März vorgesehenen Neudruck des Schulbuchs werde die Fragestellung ausgetauscht, sagte eine Verlags-Sprecherin der «Kölnischen Rundschau» (Mittwochausgabe). Sie bedauere die durch die Aufgabe für den Philosophie-Unterricht ausgelöste Rassismusdiskussion.

Die Redaktion sei nach erneuter Prüfung der Ansicht, dass die Darstellung «unnötig zugespitzt und klischeehaft» sei. Die Aufgabenstellung lautete: «Ein türkischer Familienvater in Deutschland verheiratet seine Tochter ohne deren Einverständnis mit dem Sohn seines Bruders, um diesem eine Aufenthaltserlaubnis für Deutschland und damit eine Existenz zu sichern. Besprich die Situation mit deiner/m Tischnachbarin/Tischnachbarn. Welche Konflikte seht ihr darin?»

Viele türkischstämmige Eltern aus NRW und anderen Bundesländern seien fassungslos, hatte die Föderation Türkischer Elternvereine in NRW in einem Offenen Brief an Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) betont. Eine solche Art von Unterricht trage dazu bei, dass Klischees in den Köpfen der Schülerinnen und Schüler verfestigt würden. Aus dem NRW-Schulministerium hieß es dazu am Montag, die Aufgabe verstoße gegen das Kriterium der Diskriminierungsfreiheit. Man werde den Verlag auffordern, das Schulbuch zu überarbeiten.