Energiekosten: Stahlindustrie fordert politische Lösungen

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Hans Jürgen Kerkhoff.
Hans Jürgen Kerkhoff. Foto: Holger Hollemann/dpa/Archivbild

Angesichts stark gestiegener Strom- und Gaspreise hat die deutsche Stahlindustrie ein Eingreifen der Politik gefordert. Der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff, sprach am Mittwoch bei der «Handelsblatt Jahrestagung Stahl» von einer «nie dagewesenen Energiekostensteigerung». «Schon heute laufen die höheren Strom- und Gaspreise für die Stahlindustrie auf jährliche Mehrkosten von 1,7 Milliarden Euro hinaus», sagte er. Vor allem die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Elektrostahlproduktion sei dadurch gefährdet. Der Chef der Thyssenkrupp-Stahlsparte, Bernhard Osburg, sagte, allein am Duisburger Standort seines Unternehmens seien in den letzten sechs Monaten die Ausgaben für Gas und Strom um einen dreistelligen Millionenbetrag gestiegen.

Die Transformation der Stahlindustrie basiere auf Elektrifizierung, elektrolytisch erzeugtem Wasserstoff und Erdgas als Übergangsrohstoff, so Kerkhoff weiter. «Durch die hohen Energiepreise drohen die Kosten der CO2-armen Produktionsverfahren sich daher drastisch zu verteuern und dies bei erheblich steigenden Mengen.» So werde in der Stahlindustrie der Bedarf an Erdgas voraussichtlich bis 2030 um zwei Drittel steigen und an grünem Strom sogar verdreifachen.

Angesichts dieser Entwicklungen sollte die Politik «Lösungen entwickeln, wie Gas- und Strompreise für die Industrie auf ein wettbewerbsfähiges Niveau geführt werden können». Hier brauche es eine «neue Kultur des Dialogs» zwischen Politik und Wirtschaft.