Meltem Kaptan: Wollte Rolle nicht so witzig anlegen

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Schauspielerin Meltem Kaptan mit dem Silbernen Bären für die beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle in dem Film
Schauspielerin Meltem Kaptan mit dem Silbernen Bären für die beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle in dem Film "Rabiye Kurnaz gegen George W Bush" nach der Preisverleihung der Berlinale 2022. Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa

Meltem Kaptan hat sich ihre mit dem Silbernen Bären ausgezeichnete Rolle im Drama «Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush» zunächst anders gedacht. «Also ganz ehrlich, ich wollte Rabiye Kurnaz gar nicht so witzig anlegen», sagte Kaptan am Mittwoch in Berlin nach der Preisverleihung. «Ich habe mich tatsächlich am Original orientiert und tatsächlich auch gemerkt, dass dieses Lustige, diese Leichtigkeit, die sie bringt, einfach etwas ist, was typisch Rabiye ist und tatsächlich mir wirklich Kraft gibt, das Ganze überhaupt zu durchstehen.» Es sei allen wichtig gewesen, diese zwei Seiten zu zeigen.

Kaptan zeigte sich offen für ganz andere Rollen. «Wenn demnächst etwas kommt, wo gar nichts lustig ist: ja, total gerne.»

Die 41-jährige Darstellerin, die in Köln lebt, bekam den wichtigsten Schauspielpreis des Festivals. In dem Film spielt sie die Mutter des langjährigen Guantánamo-Häftlings Murat Kurnaz. Regisseur Andreas Dresen erzählt, wie dessen Mutter versucht, ihn aus dem US-Gefangenenlager zu befreien. Für das Drehbuch des Films gewann auch Autorin Laila Stieler einen Silbernen Bären.

«Ich habe als Komödiantin begonnen, aber davor noch war ich Schauspielerin und ich liebe es, Menschen zum Lachen zu bringen», sagte Kaptan. «Aber ich hatte immer das Gefühl, dass ich gerne auch diese etwas tiefergehenden Dinge spielen würde.» Sie wolle nicht mehr nur an der Oberfläche bleiben. «Ich möchte tiefer eintauchen, Kunst insgesamt ist schön. Das Leben ist ja nicht nur komisch, es gibt ja alle Facetten.» Diese Facetten wolle sie auch zeigen können.