Orkanartige Böen: Unwetterwarnung für Norden und Osten NRWs

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Eine Windfahne zeigt die Windrichtung an. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild
Eine Windfahne zeigt die Windrichtung an. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Essen/Düsseldorf/Bielefeld. Es wird windig in Nordrhein-Westfalen: Wer kann, sollte am Donnerstag drinnen bleiben. Städte, Einrichtungen und die Bahn machen sich wetterfest – für Schüler fällt am Donnerstag der Unterricht aus.

Schulausfall und Unwetterwarnung: Der drohende Sturm in Nordrhein-Westfalen hat erste Auswirkungen, bevor er das Bundesland erreicht hat. Menschen im Norden und Osten von NRW sollen sich nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Donnerstag wenn möglich innen aufhalten. Böen mit bis zu 120 Stundenkilometer könnten dann über Teile des Landes wehen – und zum Beispiel für herunterfallende Äste oder Dachziegel sorgen. Ab dem späten Mittwochabend gilt in den Regionen rund um Münster, Paderborn und Bielefeld eine amtliche Unwetterwarnung vor orkanartigen Böen. Auch im Rest von NRW sei mit Sturmböen zu rechnen, schreibt der DWD.

Wegen des befürchteten Unwetters fällt der Unterricht an allen Schulen im Land aus, sagte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Mittwoch überraschend im Düsseldorfer Landtag. Die Entscheidung sei nach Rücksprache mit dem Deutschen Wetterdienst gefallen. Sie wolle nicht, dass Schüler «im Auge des Sturms» die Schulen aufsuchen. Familienminister Joachim Stamp (FDP) bat Eltern von Kita-Kindern, sie sollten ihren Nachwuchs «morgen bitte Zuhause betreuen».

Für Schüler, die nicht mehr rechtzeitig über den Unterrichtsausfall informiert werden könnten, müsse am Donnerstag dennoch eine «angemessene Beaufsichtigung durch die Schulen» gewährleistet werden, schreibt das Ministerium. Lehrkräfte müssten daher «unabhängig von der Entscheidung über den Unterrichtsausfall» ihren Dienst antreten – soweit es die Witterungsverhältnisse zuließen.

Auch auf den Straßen und Schienen rüsten sich die Betriebe für den Sturm. Behinderungen im Straßen- und Schienenverkehr sind laut DWD möglich. «Die Deutsche Bahn beobachtet die aktuelle Wetterentwicklung und bereitet sich auf diese vor», teilte ein Sprecher der Deutschen Bahn mit. «Mitarbeitende und Einsatzfahrzeuge werden in Bereitschaft versetzt, um eventuelle Sturmschäden schnell beseitigen zu können.»

Auch in anderen Einrichtungen wurden bereits Vorkehrungen getroffen. So bleibt der Zoo in Wuppertal am Donnerstag vorsorglich geschlossen. Eine Tochterfirma von Thyssenkrupp verschiebt ihre geplante Grundsteinlegung für den neuen Firmensitz in Bochum wegen des drohenden Unwetters um rund eine Woche.

In Düsseldorf sollen Teile der mit Gas betriebenen Beleuchtung bis Freitag eingeschaltet bleiben, wie die Netzgesellschaft Düsseldorf auf Twitter mitteilte. «So soll verhindert werden, dass die glimmenden Zündglühstrümpfe ausgeweht werden. Bitte passt auf euch auf», schrieb das Unternehmen. Kräftiger Wind kann dafür sorgen, dass die glimmenden Zündglühstrümpfe der Gaslaternen ausgeblasen werden – dann wird es dunkel.

Im Wald lauern während eines Unwetters ebenfalls Gefahren. Wald und Holz NRW warnt deshalb davor, Wälder «vor, während und nach dem Sturm» zu betreten. Durch die lange Regenperiode der letzten Wochen könnten Waldböden aufgeweicht sein und Wurzeln weniger Halt im Boden haben. Zahlreiche Bäume seien zudem durch die vergangenen Dürrejahre und den Borkenkäferbefall geschädigt. «Daher ist – noch häufiger als sonst – mit herausbrechenden Ästen und umstürzenden Bäumen zu rechnen», schreibt der Landesbetrieb. «Die Gefahr bleibt auch nach dem Sturm bestehen!»

Am Donnerstagmorgen soll der Wind laut DWD zunächst etwas abschwächen, im Tagesverlauf gebe es aber wieder verbreitet Böen aus dem Westen. «Achten Sie besonders auf herabstürzende Äste, Dachziegel oder Gegenstände», schrieb der Wetterdienst. Auch am Wochenende rechnet der DWD noch mit stürmischem Wetter. Vor allem in der Nacht von Freitag auf Samstag nähere sich ein Orkantief.