Angriff mit Samuraischwert als Notwehr bezeichnet

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Außenaufnahme des Landgerichts Mönchengladbach.
Außenaufnahme des Landgerichts Mönchengladbach. Foto: Marcel Kusch/dpa/Archiv

Im Prozess um eine tödliche Attacke mit einem Samuraischwert auf einen Nachbarn hat der Angeklagte den Vorfall über seinen Verteidiger als Notwehr bezeichnen lassen. Das ließ der 47-jährige Mann aus Hückelhoven am Donnerstag zum Auftakt am Landgericht Mönchengladbach erklären.

Die Anklage wirft ihm Totschlag und gefährliche Körperverletzung vor. Er soll am Abend des 12. September 2021 unvermittelt mit einem Samuraischwert auf seinen 37-jährigen Hausnachbarn und dessen Vater eingeschlagen haben, nachdem diese bei ihm geklingelt hatten. Dabei wurde der Sohn getötet, der Vater lebensgefährlich verletzt.

Der Verteidiger erklärte, sein Mandant habe sich «nur gewehrt». Die beiden Männer hätten zuvor die Wohnungstür eingetreten und seinen Mandanten mit Pfefferspray attackiert und mit Schlägen ins Bad gedrängt. Dort will der 47-Jährige sich mit der «selbst geschärften Deko-Waffe» gewehrt, aber wegen des Sprays nichts gesehen haben.

Die Staatsanwaltschaft wertete die Aussage als Schutzbehauptung und konstruiert. Sie geht davon aus, dass Vater und Sohn den Nachbarn zur Rede stellen wollten, weil der am Tattag ihr Auto mit einem Ast schwer beschädigt hatte. Laut Verteidigung soll Hintergrund der Beschädigung Rache für einen Fahrradunfall sein. Dabei soll der Bruder des später Getöteten den Angeklagten angefahren und dessen Rad beschädigt haben. In dem Verfahren soll wegen psychischer Auffälligkeiten auch die Schuldfähigkeit des angeklagten Türken geprüft werden.