Heimserie ausgebaut: Karnevalsstimmung in Mainz

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Der Mainzer Anton Stach (l) und Leverkusens Robert Andrich kämpfen um den Ball.
Der Mainzer Anton Stach (l) und Leverkusens Robert Andrich kämpfen um den Ball. Foto: Thomas Frey/dpa

Gut eine Woche vor Rosenmontag herrschte beim FSV Mainz 05 trotz der Corona-Beschränkungen beste Karnevalsstimmung. Gemeinsam mit ihren Fans feierten die 05er am Freitagabend noch lange nach dem Abpfiff das 3:2 (0:1) gegen Bayer Leverkusen und die Einstellung des Vereinsrekordes von fünf Heimsiegen in Serie. «Es ist nur schade, dass das Stadion nicht voll war. Mit Fastnacht wäre der Abend noch besonderer geworden», sagte Trainer Bo Svensson.

Der starke Auftritt im Duell mit dem zuvor in fünf Spielen ungeschlagenen Tabellendritten der Fußball-Bundesliga erfüllte auch den Dänen mit Stolz. «Wir haben gewusst, dass wir eine besondere Leistung brauchen, um zu bestehen. Die haben wir abgeliefert», lobte Svensson.

Zwar musste sein Team erstmals seit dem 1:1 gegen den 1. Köln am 21. November wieder mindestens ein Gegentor im eigenen Stadion hinnehmen. Doch nach den Treffern von Patrick Schick (35.) und Lucas Alario (74.) konterten der Spanier Aaron (57.) mit seinem ersten Saisontor sowie die Joker Jean-Paul Boetius (84.) und Marcus Ingvartsen (88.) für die lauf- und kampfstarken Hausherren. «Wir haben unsere Heimstärke bewiesen und den Gegner, der hier herkam und zeigen wollte, dass er gut drauf ist, in die Schranken gewiesen», befand ein zufriedener Sportdirektor Martin Schmidt.

In der Tat: fünf Heimsiege nacheinander gab es in der Mainzer Bundesliga-Historie zuvor nur 2009 unter Thomas Tuchel. Mit 34 Punkten haben sich die Rheinhessen aus dem Abstiegskampf verabschiedet und mischen stattdessen im Wettlauf um einen Platz in der Europa League mit. «Das war ein großer Schritt, um in der Liga zu bleiben. Wenn wir so weitermachen, wird es am Saisonende ein einstelliger Tabellenplatz», prophezeite Schmidt. «Welcher, wird man dann sehen.»

Svensson denkt zwar weiter nur von Spiel zu Spiel. Es gehe in erster Linie darum, die Leistung aus dem Leverkusen-Spiel zu bestätigen, betonte er. «Aber die Jungs können ruhig mal träumen, wenn das dazu führt, dass sie hart arbeiten und dadurch besser werden», sagte der 42-Jährige.

Besonders erfreut war Svensson über die beiden Joker-Tore in der Schlussphase. «Es ist sehr gut, dass die Jungs von der Bank ihre Qualität gezeigt und getroffen haben», sagte der FSV-Trainer. Immerhin waren die Mainzer unter der Woche auch ein wenig ins Risiko gegangen, als sie Stürmer Adam Szalai die Freigabe für den von ihm gewünschten Wechsel zum FC Basel erteilten. «Wir haben lange beraten, ob wir es machen oder nicht», berichtete Schmidt.

Nun wollen die 05er endlich auch einmal wieder in der Fremde einen Sieg bejubeln. Das gelang zuletzt Ende Oktober mit dem 2:1 bei Arminia Bielefeld. Die nächste Chance bietet sich am kommenden Samstag im Gastspiel beim 1. FC Union Berlin. Mit den «Eisernen» haben die Mainzer ohnehin noch eine Rechnung offen, kassierten sie im Hinspiel beim 1:2 doch die bisher einzige Heimniederlage. «Wir haben heute eine starke Mentalität bewiesen», sagte Siegtorschütze Ingvartsen. «Ich hoffe, wir können diese positive Energie nach Berlin mitnehmen.»