Corona-Impfpflicht: Lauterbach wirft CDU Unehrlichkeit vor

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Karl Lauterbach, Bundesgesundheitsminister, beantwortet auf einer Pressekonferenz Fragen.
Karl Lauterbach, Bundesgesundheitsminister, beantwortet auf einer Pressekonferenz Fragen. Foto: Wolfgang Kumm/dpa

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat der CDU vorgeworfen, die von ihm angestrebte allgemeine Corona-Impfpflicht ausbremsen zu wollen. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst fordere zwar, dass es schnell gehen müsse mit der Impfpflicht, sagte Lauterbach am Samstag in einem Video-Grußwort beim digitalen Parteitag der nordrhein-westfälischen SPD. Aber es werde immer so dargestellt, als ob die Impfpflicht ein Projekt der Ampel in Berlin sein müsse und die Bundesregierung das umsetzen müsse.

«Es wird sehr viel Druck gemacht», sagte Lauterbach. Dabei sei es die CDU im Bundestag, «die alles dafür tut, dass wir die allgemeine Impfpflicht möglicherweise nicht hinbekommen sollen», sagte der SPD-Minister. «Das ist nicht ehrlich.»

Lauterbach hat bereits klar gemacht, dass er einen Vorstoß mehrerer Abgeordneter der Ampel-Koalition für eine Impfpflicht ab 18 Jahren unterstützt. Die Unionsfraktion hat einen eigenen Antrag vorgelegt, der zunächst nur ein Impfregister vorsieht und dann einen Stufenplan mit einer möglichen Impfpflicht für bestimmte Gruppen je nach Pandemielage. Daneben gibt es weitere konkurrierende Entwürfe: einmal für eine verpflichtende Beratung und eine mögliche Impfpflicht ab 50, einmal gegen eine Impfpflicht. Die Ampel-Partner haben sich auf eine erste Lesung am 14. März verständigt, es ist eine Abstimmung ohne die sonst übliche Fraktionsdisziplin geplant.