Kriminalität: Weniger Gewalt, mehr Cybercrime und Sexualdelikte

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Landrat Thomas Hendele, Abteilungsleiterin Ursula Tomahogh und der Leiter der Direktion Kriminalität, Thomas Schulte, präsentierten die Kriminalstatistik. Foto: Polizei
Landrat Thomas Hendele, Abteilungsleiterin Ursula Tomahogh und der Leiter der Direktion Kriminalität, Thomas Schulte, präsentierten die Kriminalstatistik. Foto: Polizei

Mettmann. Am Montag haben Landrat Thomas Hendele, die Abteilungsleiterin der Kreispolizeibehörde Mettmann, die Leitende Polizeidirektorin Ursula Tomahogh, und der Leiter der Direktion Kriminalität, Kriminaldirektor Thomas Schulte, die Kriminalstatistik 2021 vorgestellt. 

Mit einer Gesamtzahl von 25.688 liegt die Anzahl der zur Anzeige gebrachten Straftaten im Jahr 2021 um 1.832 Fälle niedriger als im Vorjahr. 2020 waren es noch 27.520 Fälle. Der Rückgang bei der Kriminalität liegt demnach bei 6,66 Prozent.

Die Gründe sieht die Behörde insbesondere bei den Rückgängen der Diebstahlsdelikte (minus 12,92 Prozent), der Sachbeschädigungen (minus 14,5 Prozent), der Rauschgiftdelikte (minus 11,76 Prozent) sowie der Wohnungseinbrüche (minus 25,13 Prozent). Bei der Computerkriminalität sind hingegen mehr Taten verübt worden – plus 8,93 Prozent.

Drastisch gestiegen ist hingegen die Anzahl der Sexualdelikte: die Polizei verzeichnet ein  Plus von 52,40 Prozent. Insgesamt 509 Delikte hat die Behörde im Jahr 2021 registriert, im Jahr zuvor waren es 334 – ein Zuwachs von 175 Fällen.

„Neben der allgemeinen positiven Entwicklung freue ich mich insbesondere über den Rückgang der Straßen- und Gewaltkriminalität“, erklärt Landrat Thomas Hendele: „Gerade diese beiden Bereiche haben große Auswirkungen auf das individuelle Sicherheitsempfinden der Menschen. Die Zahlen zeigen, dass die Menschen hier im Kreis Mettmann sicher leben können. Sie zeigen aber auch, dass wir uns als erfolgreich arbeitende Landratsbehörde nicht im Vergleich mit den Polizeipräsidien verstecken müssen – dafür bedanke ich mich ausdrücklich bei allen Kolleginnen und Kollegen der Kreispolizeibehörde Mettmann.“

Untermauert wird diese Aussage durch einen Blick auf die so genannte „Kriminalitätshäufigkeitszahl“. Darunter versteht man die Anzahl der bekannt gewordenen Straftaten bezogen auf 100.000 Einwohner: „Diese liegt im Kreis Mettmann bei 5.304 und damit deutlich unter der Landeszahl von 6.703. Das Risiko, im Kreis Mettmann Opfer einer Straftat zu werden, ist im Landesvergleich also deutlich geringer“, so der Leiter der Kreispolizeibehörde weiter.

Ihre Aufklärungsquote konnte die Polizei steigern: Sie ist im Vergleich zum Vorjahr im Jahr 2021 um knapp einen Prozentpunkt von 53,53 auf 54,31 Prozent gestiegen. Das ist nicht nur der zweitbeste Wert für den Kreis Mettmann seit dem Jahr 2010, sondern sie braucht auch den Landesvergleich nicht zu scheuen: NRW-weit liegt die Aufklärungsquote im Jahr 2021 bei 53,56 Prozent.

„Das zeigt, dass sich die Menschen im Kreis Mettmann auf ihre Polizei verlassen können. Die Polizei im Kreis Mettmann arbeitet erfolgreich, was wir insbesondere auf die hervorragende direktionsübergreifende Zusammenarbeit zurückführen. Dazu beigetragen haben aber auch die Bürgerinnen und Bürger im Kreisgebiet: Durch Ihre Hinweise und Ihre Zivilcourage konnten wir einige Fälle aufklären und Täter ermitteln – daher gebührt Ihnen ein großer Dank“, wandte sich die Abteilungsleiterin der Kreispolizeibehörde Mettmann Ursula Tomahogh direkt an die Bürgerinnen und Bürger im Kreisgebiet.

Erfolge im Kampf gegen den organisierten Drogenhandel

Erfolge gelangen der Kreispolizeibehörde Mettmann im vergangenen Jahr im Kampf gegen den organisierten Drogenhandel im Rahmen des so genannten „Kriminalitäts- und Einsatzschwerpunktkonzeptes zur Bekämpfung krimineller Gruppierungen“: In zwölf Schwerpunkteinsätzen wurden 33 Objekte kontrolliert sowie etliche illegale Glücksspielautomaten und unversteuerter Shisha-Tabak sichergestellt.

Darüber hinaus deckte die Polizei alleine in Mettmann den Betrieb dreier großer illegaler Cannabis-Plantagen auf, wobei mehrere Tausend Cannabis-Pflanzen sichergestellt wurden – mit einem errechneten Jahres-Durchschnittsumsatz von mehreren Millionen Euro. „Besonders erfreulich ist, dass wir hier auch Täter ermitteln konnten, die mittlerweile in Untersuchungshaft sitzen oder sogar schon zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt wurden“, erklärt der Leiter der Direktion Kriminalität, Kriminaldirektor Thomas Schulte.

Rekordtief bei den Wohnungseinbrüchen

Eine weitere erfreuliche Entwicklung betrifft die Anzahl der bekannt gewordenen Wohnungseinbrüche. Seit dem Rekordjahr 2015, als insgesamt 961 vollendete Wohnungseinbrüche im Kreis Mettmann gemeldet wurden, geht die Anzahl Jahr für Jahr zurück. Im Jahr 2021 zählte die Polizei 210 vollendete Wohnungseinbrüche im Kreisgebiet, 63 weniger als im Vorjahr.

Mehr Computerkriminalität und mehr Sexualdelikte

Neben vielen positiven Entwicklungen in der Kriminalitätsbilanz gibt es aber auch vereinzelte Bereiche, in denen eine Verschlechterung der Zahlen hingenommen werden muss: „So haben wir im Bereich der Sexualdelikte einen Anstieg von 175 Fällen registriert.

Dies liegt einerseits daran, dass vermehrt Fälle angezeigt werden, die früher möglicherweise nicht zur Polizei gelangt wären. Andererseits ergeben sich aus vielen Verfahren im Bereich der Kinderpornographie neue Ermittlungsansätze und neue Anschlussverfahren, die sich dann auch in den Zahlen widerspiegeln. Zudem ergeben sich viele Hinweise und Ermittlungsansätze durch neue Erkenntnisse aus dem Ausland. Kurz gesagt: Es gibt nicht unbedingt mehr Fälle, aber es findet derzeit eine enorme Erhellung des Dunkelfeldes statt“, so Thomas Schulte.