Uniper wird Wasserstoff an Salzgitter AG liefern

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Der Wasserstoff für die geplante Produktion CO2-armen Stahls bei der Salzgitter AG soll vom Energiekonzern Uniper kommen – und zwar voraussichtlich aus Wilhelmshaven. Dies kündigten beide Unternehmen am Montag an. Weil die Ökobilanz des energieintensiven Verfahrens nur zufriedenstellend ist, wenn dazu Strom aus erneuerbaren Quellen genutzt wird, prüfen die Partner auch, neue Offshore-Windparks aus der Nordsee anzubinden.

Uniper hatte im vorigen Frühjahr mitgeteilt, unter dem Namen «Green Wilhelmshaven» eine entsprechende Infrastruktur in Ostfriesland aufbauen zu wollen. Elementarer Wasserstoff kann sowohl aus Ammoniak als auch aus Wasser gewonnen werden. Bei der Aufspaltung der Verbindungen unter hoher elektrischer Spannung entstehen daneben Stickstoff beziehungsweise Sauerstoff. In der Erzeugung des Roheisens für die Stahllegierungen mit Wasserstoff bleibt dann hauptsächlich Wasserdampf übrig – kein klimaschädliches CO2 wie mit Kokskohle.

Die Stahlindustrie gehört derzeit noch zu den größten Kohlendioxid-Emittenten. In den kommenden Jahren soll die Fertigungstechnik schrittweise auf Wasserstoff wechseln, so auch bei der Salzgitter AG als zweitgrößtem deutschem Branchenvertreter.

Ammoniak soll in Wilhelmshaven in einem neuen Importterminal aufgenommen werden. «Zur Versorgung von Salzgitter über das entstehende deutsche Wasserstoff-Pipelinenetz sowie Entwicklung von Kavernenspeichern werden Uniper und die Salzgitter AG mit weiteren namhaften Partnern zusammenarbeiten», teilten die Firmen zudem mit.

Früheren Angaben zufolge sollen in der Stadt am Jadebusen künftig knapp 300.000 Tonnen Wasserstoff hergestellt werden – etwa zehn Prozent des erwarteten Bedarfs in Deutschland 2030. Das Gas kann als chemischer Energiespeicher verwendet werden, um Schwankungen in der Ökostromproduktion auszugleichen. Auch die in der Chemie zentrale Grundsubstanz Ammoniak ist für diese Funktion in der Diskussion.