Klimawandel: Stadt arbeitet an Aktionsplan gegen Unwetter

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Das Hochwasser hat letzten Sommer große Schäden in der Langenberger Altstadt verursacht. Eine
Das Hochwasser hat letzten Sommer große Schäden in der Langenberger Altstadt verursacht. Eine "Klimamap" soll jetzt entwickelt werden, um künftig besser auf extreme Wetterereignisse vorbereitet zu sein. Foto: Mathias Kehren

Velbert. Extreme Wetterereignisse stellen eine Gefahr für die Bevölkerung dar und könnten durch den Klimawandel künftig häufiger auftreten. Die Stadt Velbert möchte die Infrastruktur darauf anpassen und ruft auf, an der sogenannten „Klimamap“ mitzuarbeiten.

Um die Bevölkerung vor immer häufiger auftretenden Folgen durch extreme Wetterereignisse zu schützen und die städtische Infrastruktur anzupassen, lässt die Stadt Velbert seit Anfang des Jahres ein Klimafolgenanpassungskonzept erstellen. Damit sind die beiden Planungsbüros K.Plan und EPC beauftragt. Während K.Plan vielfältige Klimaanalysen in hoher räumlicher Auflösung vornehmen wird und eine „Klimamap“ beisteuert, moderiert EPC die Akteursbeteiligung sowie eine Online-Umfrage.

Aus den Erkenntnissen dieser Bausteine wird ein Maßnahmenkatalog erstellt, der der Stadt Velbert als Grundlage dient, um notwendige Maßnahmen umzusetzen. Die Kosten für die Erstellung des Konzeptes sowie ein Umsetzungsmanager werden zu 90% durch das Bundesumweltministerium (BMUV) gefördert.

Onlinebeteiligung fließt in Klimafolgenanpassungskonzept ein

Nach dem Hochwasser war die Pflasterung der Märkische Straße in Langenberg weggespült. Foto: Mathias Kehren
Nach dem Hochwasser war die Pflasterung der Märkischen Straße in Langenberg weggespült. Foto: Mathias Kehren

Hitze, Trockenheit, Stürme und Starkregen richten im Velberter Stadtgebiet regelmäßig erhebliche Schäden an. Der starke Schädlingsbefall des Baumbestands durch die trockenen Sommer der letzten Jahre oder das Hochwasser im Juli 2021 in Velbert-Langenberg sind hier aktuelle Beispiele.

Bürgerinnen und Bürger können sich mit Ideen und Anregungen auf der sogenannten „Klimamap“ beteiligen. Dort können sie einen Standort markieren und diesen mit einer Schadensmeldung oder einer Maßnahmenanregung versehen. Die Klimamap ist bis zum 31. August nutzbar.

Eine ergänzende Online-Umfrage soll bis zum 23. März die Meinungen zum Extremwetter und gewünschten Umsetzungsmaßnahmen aufnehmen. Es werden klimatische Belastungen am Wohnort, im Arbeitsalltag und in der Freizeit abgefragt. Beide Angebote sind über www.klimaanpassung.velbert.de erreichbar.

Über diese Adresse sind von nun an alle Projekte und Förderangebote zur Klimaanpassung wie zum Beispiel das Sonderprogramm Klimaresilienz zu finden.

Idee des Klimaanpassungskonzepts

Auf bunt blühenden Wiesen finden Insekten Nahrung. Archivfoto: Mathias Kehren
Auf bunt blühenden Wiesen finden Insekten Nahrung. Archivfoto: Mathias Kehren

Der städtische Klimaanpassungsmanager Thomas Geißler erläutert, dass bereits einiges an Vorarbeit in der Klimaanpassung geleistet wurde: „Wir bereiten das Klimafolgenanpassungskonzept seit 2020 vor, seitdem gibt es zahlreiche Beispiele für schon umgesetzte Anpassungsmaßnahmen. Hierzu zählen die Förderung von Vorgärten, Fassaden- und Dachbegrünungen, die Anlage von Staudenpflanzungen oder Wildblumenwiesen, der Einsatz von klimaangepassten Mischstrukturen in unseren Wäldern und im Stadtgebiet oder auch Entsiegelungs- und Baumpflanzungsmaßnahmen auf Schulhöfen. Einige dieser Maßnahmen werden eigenständig von den Technischen Betrieben Velbert und dem Immobilienservice getragen.

Das Klimaanpassungskonzept soll nun dafür sorgen, dass wir jene Maßnahmen in die Fläche tragen, indem diese feste Bestandteile der Stadtplanung werden und wir uns zusätzlich Handlungsfeldern widmen, die noch zu wenig Aufmerksamkeit erhalten.“

Beim Klimaanpassungskonzept liegt der Schwerpunkt auf den Themen Gesundheit und Verletzlichkeit: Die Stadt Velbert richtet sich damit gezielt an Senioren und junge Menschen, die bei Hitze als besonders gesundheitsgefährdet eingestuft werden. „Wir werden Sozialverbände und -einrichtungen aktiv in die Maßnahmenerarbeitung einbeziehen. Daraus können für die Zukunft bauliche Maßnahmen entstehen, aber auch Hitzeaktionspläne oder konkrete Beratungsangebote“, erklärt Geißler.