Der einzig Unverzichtbare: Nkunku ist Leipzigs Trumpf

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Leipzigs Spieler freuen sich über das Tor zum 0:1 durch Nkunku.
Leipzigs Spieler freuen sich über das Tor zum 0:1 durch Nkunku. Foto: Bernd Thissen/dpa

Bochum (dpa) – Eine einzige Aktion reichte ihm, um das komplette Spiel zu drehen – und deshalb ist Christopher Nkunku im breiten Offensiv-Kader von RB Leipzig der einzig Unverzichtbare. Im 13. Spiel seiner Amtszeit hatte Trainer Domenico Tedesco dem Franzosen zum zweiten Mal zunächst eine Verschnaufpause gegönnt, doch ohne Nkunku lief wenig zusammen. Nach seiner Einwechslung schoss er mit Leipzigs einzigem Schuss aufs Tor dann doch noch den 1:0 (0:0)-Sieg beim VfL Bochum heraus (81.). «Dieser Typ ist etwas Besonderes», sagte Mitspieler Tyler Adams: «Schon bei der Ballannahme war ich mir sicher, dass er treffen würde.»

Tedesco verwies darauf, «dass wir viele Qualitäts-Spieler haben und in drei Wettbewerben spielen. Das ist alles sehr intensiv, auch er braucht dann mal eine Pause. Aber wenn Christo reinkommt, ist er sofort da.» In 35 Pflichtspielen war der 24-Jährige nun an 36 Toren direkt beteiligt, 23 davon hat er selbst erzielt. Sein Marktwert hat sich in knapp zwei Jahren von 28 auf 55 Millionen Euro verdoppelt.

Der Franzose hat riesigen Anteil daran, dass RB als einziger Bundesligist noch in drei Wettbewerben vertreten ist. Im DFB-Pokal, wo sie im Viertelfinale am Mittwoch beim Zweitligisten Hannover 96 antreten müssen, gelten die Leipziger als Titel-Favorit. In der Europa League gehören sie ebenfalls zum erweiterten Favoritenkreis. Und Nkunku ist ihr überragender Spieler.

Und das in einem ausgesprochen breiten Kader. In Bochum wechselte Tedesco gegenüber dem 3:1 am Donnerstag in San Sebastian alle sieben Spieler vor der Dreier-Abwehrkette aus. Mit 18 Torbeteiligungen der eingewechselten Spieler hat RB die statistisch beste Bank der Liga. Doch ohne Nkunku geht oft wenig. Der Offensivspieler ist schnell, durchsetzungsstark, technisch beschlagen und inzwischen auch extrem torgefährlich. Ein seltenes Paket im internationalen Fußball.

Stammclub Paris Saint-Germain, der ihn seit dem 13. Lebensjahr ausbildete, und 2019 für 13 Millionen an Leipzig veräußerte, soll längst an einer Rückholaktion interessiert ein. Nkunku sagte kürzlich der französischen «L’Equipe» dazu, er wolle erst nach der Saison entscheiden, wo er nächstes Jahr spiele: «Aber ich schließe keine Türen.» Leipzigs Clubchef Oliver Mintzlaff stellte aber schon klar: «Er wird auch nächste Saison bei uns spielen.»