Ukraine-Krieg: EVK Mettmann hilft mit Spenden

443
Das Evangelische Krankenhaus in Mettmann. Foto: André Volkmann
Das Evangelische Krankenhaus in Mettmann. Foto: André Volkmann

Mettmann. Seit Donnerstagmorgen herrscht Krieg in der Ukraine: Menschen jeden Alters benötigen Schutz, Hunderttausende Frauen und Kinder sind auf der Flucht. Sie alle, im Kriegsgebiet und an den Grenzen, benötigen nun schnelle Hilfe.

Diese wurde nun binnen weniger Stunden durch einen Kooperationspartner des Evangelischen Krankenhauses Mettmann initiiert. Der Kooperationspartner, eine international agierende Pflegeschule, hat einen Bildungsstandort in Lviv (Ukraine) und bildet vor Ort Schüler, Fachkräfte und Studierende aus.

Der Geschäftsführer des Kooperationspartners erklärt „Wir haben Kollegen und Azubis im Westen der Ukraine und von Ihnen eine Liste erhalten, welche Dinge derzeit absolut dringlich sind“. Er weiß, Kleidung und Nahrungsmittel können mittels Spenden schnell bereitgestellt werden, medizinische Materialien sind jedoch ad hoc deutlich schwieriger zu erhalten.

Ein Anruf im EVK Mettmann reichte aus: Schnell wurden an einem Wochenende zahlreiche Materialien zusammengestellt, Kisten gepackt und Kontakte genutzt. Gemeinsam mit der Feuerwehr Mettmann, der Feuerwehr Erkrath und der Mettmanner Bildungsakademie wurden binnen kürzester Zeit Spenden bereitgestellt. Neben Medizinprodukten wie Verbandsmaterial, Kompressen, Infusionsbestecken, Spritzen, Gipsschienen, Desinfektionsmitteln, Medikamenten, Handschuhen oder Masken, wurden auch Kleidung, Kinderspielzeug und PC-Zubehör gesammelt. Insgesamt zwei Transporter waren wenige Stunden nach der Anfrage bis zum Dach gefüllt. Nach einer Sichtung und Sortierung in Osnabrück erfolgt die Verteilung an die verschiedenen Hilfslager an der Grenze zur Ukraine. Von dort aus werden die Spenden dann koordiniert – dorthin, wo sie am dringendsten benötigt werden.

„An den Grenzen, wo nun täglich viele Flüchtlinge ankommen, wird natürlich Kleidung und Nahrung benötigt, die Krankenhäuser im Land und errichtete Lager zur Versorgung von Verletzten und Kranken benötigen hingegen medizinisches Material“, sagt der Geschäftsführer des Kooperationspartners. Eine komplexe Aufgabe, die ab der Grenze aus Sicherheitsgründen Experten vor Ort überlassen werden muss.

EVK-Geschäftsführerin Jessica Llerandi Pulido: „Die Lage in Osteuropa ist katastrophal, daher freut es mich sehr, dass die kurzfristige Anfrage und unbürokratische Kommunikation mit den Feuerwehren und der Bildungsakademie unglaublich gut und effektiv funktioniert hat und wir hoffentlich einen kleinen Beitrag leisten können“, so Llerandi Pulido weiter. Diese erste Hilfslieferung sei „nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, dennoch könnten einige Menschen im Kriegsgebiet damit medizinisch versorgt werden.