Ukrainische Generalkonsulin lobt «riesige Solidarität»

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Eine Frau hat sich ihr Gesicht in den Farben der ukrainischen Flagge geschminkt.
Eine Frau hat sich ihr Gesicht in den Farben der ukrainischen Flagge geschminkt. Foto: Hannes P. Albert/dpa/Symbolbild

Düsseldorf (dpa/lnw) – Die Generalkonsulin der Ukraine in Düsseldorf, Iryna Schum, hat sich bei den Menschen in Nordrhein-Westfalen für eine große Welle der Hilfsbereitschaft bedankt. «Jeden Tag erreichen uns Hunderte Fragen nach Möglichkeiten, jede Art von Hilfe zu leisten. Uns sprechen sehr viele Familien an, auch deutsche, die bereit sind, Flüchtlinge aufzunehmen», sagte Schum der «Rheinischen Post» (Mittwoch).

Es gebe Menschen, die ihr Haus zur Unterbringung von Flüchtenden anböten. Andere würden gern Hilfe insbesondere für Kinder leisten. «Und viele fragen, ob sie Hilfsgüter bringen können. Wir versuchen, solche Angebote an Hilfsorganisationen weiterzuleiten. Es ist wirklich eine riesige Solidarität», sagte Schum. Ihren Angaben zufolge wohnt jeder fünfte Ukrainer, der in Deutschland lebt, in NRW. Das seien etwa 30.000 Menschen.

Viele ihrer Landsleute meldeten sich mit der Frage, wie sie ihre Angehörigen nach Deutschland holen können, erklärte Schum weiter. Die Lage sei jedoch unübersichtlich: «Es gibt viele Flüchtende an der Grenze. Und es ist noch nicht klar, wie es weitergehen wird.»

Schum stellte klar, dass in NRW lebende ukrainische Staatsbürger nicht zum Kriegsdienst eingezogen würden. Sie könnten sich aber «freiwillig dafür melden».

Nach dem Angriff Russlands seien aufgrund der allgemeinen Mobilmachung männliche Staatsbürger im Alter zwischen von 18 und 60 Jahren in der Ukraine verpflichtet, ihr Land gegen Russland zu verteidigen. Das gilt laut Schum aber nicht für diejenigen, «die im Ausland einen ständigen Wohnsitz haben» – diejenigen, die nach der ukrainischen Gesetzgebung in der Ukraine abgemeldet seien, müssten nicht zum Kriegsdienst. «Sollten sie es wollen, dann besteht eine Möglichkeit, als Freiwillige den Streitkräften beizutreten.»