Bonner Stadtdechant zu Woelki: Erzbistum Köln in Dilemma

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Kardinal Rainer Maria Woelki verlässt das Erzbischöfliche Haus und geht zu einer Aschermittwochsveranstaltung.
Kardinal Rainer Maria Woelki verlässt das Erzbischöfliche Haus und geht zu einer Aschermittwochsveranstaltung. Foto: Oliver Berg/dpa

Köln/Bonn (dpa) – Nach der Bitte von Kardinal Rainer Maria Woelki um eine zweite Chance sieht der Bonner Stadtdechant Wolfgang Picken das Erzbistum Köln in einem Dilemma. «Einerseits fällt es aus christlicher Perspektive schwer, dem Kardinal die erbetene Chance auszuschlagen», sagte Picken am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. «Andererseits ist jedem klar, dass die Aussichten für eine gute Entwicklung nicht günstig erscheinen, weil die Fronten sehr verhärtet sind.»

Es sei fraglich, ob Klerus und Gläubige bereit seien, sich auf einen solchen Prozess einzulassen. «Man kann deshalb nur hoffen, dass der Papst bald eine Entscheidung trifft. Das Erzbistum Köln steht jetzt zwischen Rückkehr und Rücktrittsangebot. Es braucht aber Klarheit und Befriedung», sagte Picken, der als Stadtdechant die katholische Kirche in Bonn führt, aber auch als Buchautor («Die Zivilgesellschaft von morgen») Aufmerksamkeit erzielt hat.

Woelki war am Mittwoch in sein Amt als Erzbischof von Köln zurückgekehrt, hatte aber mitgeteilt, dass er dem Papst seinen Rücktritt angeboten habe. Der Papst wolle «zu gegebener Zeit» darüber entscheiden, hieß es vom Erzbistum Köln.