Svensson und 13 Spieler positiv: Spiel vor Absetzung

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Trainer Bo Svensson zeigt in eine Richtung.
Trainer Bo Svensson zeigt in eine Richtung. Foto: Andreas Gora/dpa/Archivbild

Mainz (dpa) – Der FSV Mainz 05 ist zum zweiten Mal in dieser Bundesliga-Saison von einem heftigen Corona-Ausbruch betroffen und hat bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) eine Absetzung des Spiels gegen Borussia Dortmund beantragt. «Heute Vormittag haben wir bei der DFL den Antrag auf Verschiebung gestellt. Begründung ist, dass wir Stand heute noch 14 einsatzfähige Spieler haben, darunter aber keinen spielberechtigten Bundesliga-Torwart», sagte Sportvorstand Christian Heidel am Freitag bei einer Pressekonferenz, die nach den zahlreichen positiven Fällen digital statt in Präsenz durchgeführt wurde.

«Das ist ein bisschen schwierig, mit einem solchen Aufgebot ein Bundesliga-Spiel zu bestreiten», sagte Heidel, der den ebenfalls positiv auf Corona getesteten Chefcoach Bo Svensson vertrat und über die Gründe sprach, warum Mainz das für Sonntag (15.30 Uhr/DAZN) angesetzte Spiel gegen den BVB verlegen möchte. Die 05er rechnen mit einer zeitnahen Entscheidung der DFL, die in dieser Bundesliga-Saison noch kein Spiel coronabedingt verlegen musste.

Einen Zusammenhang mit dem Karneval in dieser Woche wollte Heidel auf Nachfrage nicht herstellen. Man gehe eher davon aus, dass es teamintern rund um das Auswärtsspiel bei Union Berlin am vergangenen Wochenende Ansteckungen gegeben habe. Betroffen sind insgesamt 19 Personen, darunter neben Svensson auch alle drei Torhüter und insgesamt 13 Spieler. Vor dem ersten Spieltag gegen RB Leipzig hatte Mainz schon einmal einen schweren Corona-Ausbruch: Das Spiel bestritt die Svensson-Elf dann mit einem Notaufgebot und gewann sogar mit 1:0.

Nun sei man aber noch heftiger getroffen, stellte Heidel klar. «Stand jetzt gehen wir davon aus, dass dem Antrag stattgegeben wird. Die schriftliche Entscheidung steht noch aus», erklärte der Funktionär. Die Entscheidung sollte noch an diesem Freitag fallen.

«Es geht allen gut. Es gibt ein paar wenige, die Erkältungssymptome haben», sagte Heidel. Dazu zähle auch der dänische Chefcoach Svensson. Auch für das Gastspiel beim FC Augsburg am nächsten Samstag (12. März) könnte es knapp werden, wenn nicht zügig genügend Spieler freigetestet und von den Ärzten freigegeben werden.

Ein Antrag auf Verlegung kann nach der Spielordnung der DFL genehmigt werden, wenn weniger als 16 Spieler zur Verfügung stehen. Darunter müssen mindestens neun Lizenzspieler und unter ihnen ein Torhüter sein. Verletzte oder gesperrte Akteure zählen als zur Verfügung stehend und nicht zu den Ausfällen. Heidel sprach von 14 einsatzfähigen Spielern sowie Alexander Hack und Dominik Kohr, die zwar gesperrt sind, aber formell zu der Auflistung zählen.

«Eine Fußballmannschaft würden wir irgendwie zusammenbekommen. Ob das mit fairem Wettbewerb etwas zu tun hat, ist wieder ein anderes Thema», sagte Heidel. Aufgefallen sei die extreme Häufung, nachdem ein Spieler Corona-Symptome entwickelt hatte und in der Folge auch positiv getestet wurde.

In der Folge testeten die Mainzer wieder engmaschiger. «Wären diese Symptome nicht aufgetreten, wäre es ganz, ganz schwer, das festzustellen. Wir testen nicht mehr jeden Tag», berichtete Heidel. Am Freitagmorgen sei ein weiterer Fall im Trainerteam aufgetreten. Dies sei allerdings der 19. und nicht bereits der 20. positive Test. Am Donnerstag habe man zunächst nur 18 statt der 19 berichteten Fälle gehabt. Es habe sich um «einen Irrtum» gehandelt.