NRW plant Waldbrand-Überwachung per Video: «Gefahr wächst»

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Feuer lodern nach einem Waldbrand.
Feuer lodern nach einem Waldbrand. Foto: Jan Woitas/zb/dpa/Symbolbild

Düsseldorf (dpa/lnw) – Angesichts der wachsenden Waldbrandgefahr in Folge des Klimawandels plant die NRW-Landesregierung zur Vorbeugung eine Videoüberwachung besonders gefährdeter Waldflächen. Als NRW-weites Pilotprojekt sollen dabei im Regionalforstamt Niederrhein acht Kameratürme entstehen, wie es in einem Bericht des Umweltministeriums für eine Sitzung des Landtags-Umweltausschusses am Mittwoch heißt.

«Die zum Teil verheerenden Waldbrände in den Trockenjahren 2017 bis 2020 sind uns alle noch vor Augen», sagte NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) der dpa. «Im Klimawandel, das zeigen auch die vergangenen Jahre, müssen wir mit weiterhin steigenden Waldbrandgefahren rechnen.» Die Gefahr von Waldbränden steigt erfahrungsgemäß alljährlich im Frühjahr.

Das Land fördere finanziell die Entwicklung klimastabiler Mischwälder und treibe zugleich die Waldbrandprävention und -bekämpfung voran. Dafür sei eine schnelle Erkennung des Feuers entscheidend. Waldbesucher sollten sich strikt an das Rauchverbot im Wald halten und sofort die 112 wählen, sobald sie ein Feuer im Wald entdecken, betont das Ministerium. Hinzukommen solle jetzt ein Feuerfrühwarnsystem.

Die Standorte der Kameratürme stünden noch nicht endgültig fest, auf Basis einer Gefährdungsanalyse seien aber Standorte für die Ausstattung mit Kamerasystemen favorisiert worden, erklärte ein Ministeriumssprecher. Fachleute hätten bereits Kameras im Regionalforstamt Niederrhein erprobt. Derzeit liefen die Gespräche zur Umsetzung des Projekts. Das Forstamt Niederrhein mit Dienstsitz in Wesel ist eins von 16 Forstämtern in NRW, es liegt am unteren Niederrhein und erstreckt sich bis zur niederländischen Grenze.

Laut dem Bericht hat sich die Waldbrandgefahr in NRW durch eine außergewöhnliche Häufung von Orkanen, Trockenheit und Insektenschäden seit 2018 erhöht. Vor allem Fichtenbestände seien durch die Massenvermehrung des Borkenkäfers auf großer Fläche abgestorben, heißt es in dem Bericht. Abgestorbene Waldbestände, die nicht aufgeforstet werden könnten, stellten eine zusätzliche, bisher nicht vorhandene Waldbrandgefahr dar. Zahlreiche Waldbrände in den vergangenen Jahren waren die Folge.

Nur fünf Prozent der Waldbrände hätten natürliche Ursachen wie Blitzeinschläge, heißt es in der Ministeriumsmitteilung. Seit dem vergangenen Jahr helfe das Internetportal Waldinfo.NRW bei der Waldbrandabwehr. Eine digitale Karte erleichtert es beispielsweise den Feuerwehren, schnell über geeignete Waldwege zum Brandort zu gelangen.