Lieferketten gestört: Claas stoppt Produktion in Russland

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Harsewinkel (dpa/lnw) – Der Landmaschinenhersteller Claas aus Ostwestfalen setzt die Produktion im russischen Krasnodar aus. Grund seien unterbrochene Lieferketten, sagte Sprecher Wolfram Eberhardt am Dienstag. Zuvor hatten mehrere Medien über die Unterbrechung der Produktion vor dem Hintergrund der Invasion Russlands in die Ukraine berichtet. «Mit Blick auf die Ernährungssituation ist jedoch ein baldiges Wiederanlaufen nötig», sagte der Sprecher. Damit beziehe er sich nicht auf die Situation in Russland, sondern auf die Kunden weltweit.

Claas mit Sitz in Harsewinkel baut in Russland seit 2005 Mähdrescher und hatte zuletzt die Kapazitäten ausgebaut. Zusammen mit dem Vertrieb mit Sitz in Moskau hat Claas in Russland 800 Mitarbeiter. Der Jahresumsatz des Unternehmens lag zuletzt bei 4,8 Milliarden Euro, daran hat das Geschäft in Russland nach Angaben von Eberhardt einen Anteil im einstelligen Prozentbereich.

In der Ukraine arbeiten 40 Mitarbeiter für Claas im Vertrieb. Nach Angaben des Sprechers hat das Unternehmen in Eigeninitiative in den vergangenen Tagen einiger dieser Ukrainer aus Kiew in sichere Landesteile gebracht.

Weltweit arbeiten 12.000 Beschäftigte für das Familienunternehmen, das Mähdrescher, Traktoren und andere Landmaschinen herstellt.