Caritas appelliert: Wegen Ukraine-Krieg Russen nicht ausgrenzen

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„Der Überfall Putins auf die Ukraine darf nicht dazu führen, dass die hier lebenden Russinnen und Russen nun diffamiert oder rassistisch angegangen werden
„Der Überfall Putins auf die Ukraine darf nicht dazu führen, dass die hier lebenden Russinnen und Russen nun diffamiert oder rassistisch angegangen werden", appelliert die Caritas. Foto: pixabay

Kreis Mettmann. Mit einem öffentlichen Appell reagiert der Fachdienst für Integration und Migration (FIM) des Caritasverbands für den Kreis Mettmann auf die Meldungen über Anfeindungen gegenüber russisch-stämmigen Mitbürger.

„Der Überfall Putins auf die Ukraine darf nicht dazu führen, dass die hier lebenden Russinnen und Russen nun diffamiert oder rassistisch angegangen werden. Entsprechende Tendenzen müssen bereits an der Wurzel angepackt werden. Denn es sind nicht ‚die Russen‘, die hier einen völkerrechtswidrigen Krieg führen und es sind auch nicht die mehr als 2 Millionen in Deutschland lebenden russischsprachigen Menschen aus Ländern der ehemaligen Sowjetunion, die diese militärische Auseinandersetzung wollen. Vielmehr ist es ausschließlich die russische Regierung um den Autokraten Putin, die diesen Krieg, der unendlich vielen Menschen Leid an Leben und Seele zufügt, vom Zaun gebrochen hat“, sagt FIM-Leiter Martin Sahler.

Seit vielen Jahren engagiert sich der Caritasverband und insbesondere der FIM gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und versucht, einer zunehmenden Polarisierung unserer Gesellschaft, Ausgrenzung und Rassismus, Antisemitismus, Sexismus oder Antiislamismus entgegenzuwirken. Aktuell kommen wegen des Ukraine-Kriegs auch noch Anfeindungen gegen russisch-stämmige Mitbürger hinzu. „Dies in einem demokratischen Staat nicht tolerierbar und widerspricht dem unserer Caritas-Arbeit zugrundeliegenden christlichen Gebot der Nächstenliebe“, so Sahler weiter.

Außerdem appelliert Sahler, bei aller lobens- und bewundernswerten Hilfsbereitschaft der Menschen in Deutschland für die inzwischen auch im Kreis Mettmann ankommenden Kriegsflüchtigen aus der Ukraine, nicht die bereits hier lebenden Geflüchteten aus den Augen zu verlieren. „Es darf keine Klassifizierung von Geflüchteten entstehen, denn auch Menschen aus anderen Krisengebieten, etwa Afghanistan, Syrien und Eritrea, bedürfen der Unterstützung, unabhängig von Herkunft, Religion und Aussehen.“

Spenden können auf das Spendenkonto des Caritasverbandes, zu finden unter www.caritas-mettmann.de, oder auf das von Caritas international (Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe; IBAN: DE88 6602 0500 0202 0202 02; BIC: BFSWDE33KRL) überwiesen werden.