Für eine höhere Aufenthaltsqualität in der Lintorfer Dorfmitte

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Staatssekretär Dr. Jan Heinisch aus dem NRW-Städtebauministerium (l.) kam am Freitag, 11. März, persönlich nach Lintorf, um Vertretern der Stadt (v.l.n.r.) die Urkunde zum verliehenen Preis im Planungswettbewerb „Zukunft Stadtraum“ zu überreichen: Erster Beigeordneter Patrick Anders, Technische Beigeordnete Petra Cremer, Michaela Maurer, Leiterin Amt für kommunale Dienste, Frank Boberg, Abteilungsleiter Stadtplanung. Foto: Stadt Ratingen
Staatssekretär Dr. Jan Heinisch aus dem NRW-Städtebauministerium (l.) kam am Freitag, 11. März, persönlich nach Lintorf, um Vertretern der Stadt (v.l.n.r.) die Urkunde zum verliehenen Preis im Planungswettbewerb „Zukunft Stadtraum“ zu überreichen: Erster Beigeordneter Patrick Anders, Technische Beigeordnete Petra Cremer, Michaela Maurer, Leiterin Amt für kommunale Dienste, Frank Boberg, Abteilungsleiter Stadtplanung. Foto: Stadt Ratingen

Ratingen. Die Stadt Ratingen wurde im Rahmen des Landeswettbewerbs „Zukunft Stadtraum“ ausgezeichnet. Für die Umgestaltung der Lintorfer Dorfmitte (Speestraße, Lintorfer Markt und ein Teil des Konrad-Adenauer-Platzes) erhält die Stadt Fördermittel in Höhe von zunächst bis zu zwei Millionen Euro.

Am Freitag übergab Staatssekretär Dr. Jan Heinisch Bürgermeister Klaus Pesch den Preis persönlich – und zwar an passendem Ort: im alten Lintorfer Rathaus an der Speestraße.

Das NRW-Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung hatte den Wettbewerb unter dem Motto „Mut in der Stadtplanung“ ausgelobt. Gesucht waren innovative Konzepte für nachhaltige, generationen- und klimagerechte Räume in der Stadt, die sich durch eine hohe Lebens- und Aufenthaltsqualität auszeichnen. „Die vom Planungsamt der Stadt Ratingen erstellte Ideenskizze für Lintorf erfüllt die geforderten Kriterien im besten Sinne“, sagte Dr. Jan Heinisch bei der Preisübergabe. Bürgermeister Klaus Pesch dankte für die Zuwendung. „Wir freuen uns natürlich sehr, dass unsere Stadtplanung als innovativ eingestuft wurde und wir bei diesem für die Zukunft Lintorfs wichtigen Projekt auf die Unterstützung des Landes setzen können.“

„Die Geschäftslage rund um die Speestraße, den Lintorfer Markt und den Konrad-Adenauer-Platz ist im Großen und Ganzen noch intakt, aber wir dürfen nicht übersehen, dass der Wettbewerb durch die großen Zentren und den Online-Handel ständig wächst“, sagte der für Wirtschafts- und Wohnraumförderung zuständige Erste Beigeordnete Patrick Anders. „Als gebürtigem Lintorfer liegt es mir besonders am Herzen, unser liebens- und lebenswertes Dorf für die Zukunft zu stärken.“

Dies soll durch einen behutsamen Wandel erreicht werden, dessen zentrales Motto lauten könnte: weniger Verkehrsflächen, mehr Aufenthaltsqualität. Frank Boberg, Abteilungsleiter Stadtplanung, und Michaela Maurer, Leiterin des Amtes für kommunale Dienste, haben daher für den Landeswettbewerb ein Konzept für eine Lintorfer Ortsmitte erarbeitet, die man gern besucht und die besser auf die Herausforderungen des Klimawandels vorbereitet ist. „Wir möchten hier in enger Abstimmung mit den Lintorferinnen und Lintorfern einen attraktiven und multifunktionalen Ort mit neuer Identität schaffen“, sagte die technische Beigeordnete Petra Cremer.

Handlungsbedarf gibt es ohnehin, denn die Fahrbahndecke der Speestraße ist schadhaft und muss erneuert werden. Im Zuge des Umbaus soll der Straßenraum neu aufgeteilt werden. Zurzeit dominiert das Auto sehr stark, während sich Radler und Fußgänger einen schmalen Seitenraum teilen und gegenseitig behindern. Mehr Grün, mehr Flächen für Außengastronomie, Barrierefreiheit, das sind weitere Stichworte für die Neugestaltung.

Das Gesamtkonzept umfasst die Speestraße etwa von Am Pohlacker bis zum Rathaus, den Lintorfer Markt und den Konrad-Adenauer-Platz bis zur Duisburger Straße. Es ist in vier Bauabschnitte unterteilt, die Gesamtkosten werden auf etwa elf Millionen Euro geschätzt. Gegenstand des jetzt verliehenen Preises ist der erste Bauabschnitt in der Mitte der Speestraße (Wedenhof bis Im Kreuzfeld). Mit dem Landespreis verbunden ist eine 50-prozentige Förderung der so genannten förderfähigen Kosten, also im Idealfall rund zwei Millionen der auf 4,1 Millionen Euro geschätzten Gesamtkosten für den ersten Bauabschnitt.

Mit der konkreten Planung soll unter Beteiligung der Bürgerschaft unverzüglich begonnen werden, die Baumaßnahmen selbst sind für die Jahre 2024 und 2025 vorgesehen.