Kommentar: Glasfaser „frei Haus“

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Arbeiten zur Verlegung eines Glasfasernetzes in Wülfrath. Foto: Kling

Wülfrath. Die Stadt hat alles richtig gemacht. Immer wieder erreichen die Redaktion Anfragen und Kommentare, warum jetzt schon wieder die Straße aufgerissen wird, werden soll, um Rohre für Glasfaser zu legen. Ob „die da bei der Stadt“ eigentlich noch richtig ticken.

Auch Wirtschaftsförderer Karsten Niemann kann ein Lied davon singen, versucht seit Monaten, aufgebrachten Menschen die Lage zu erklären.

Schuld an dem Verfahren trägt der Bund. Der hat sich gedacht, die Kräfte des Marktes werden es schon richten, Wettbewerb ist gut.

Die Kräfte des Marktes denken aber gar nicht daran, abgelegene Ecken mit Glasfaser zu versorgen. Das lohnt sich so nämlich gar nicht, es sei denn mit staatlichen Förderprogrammen.

Also darf erst einmal nach dem Telekommunikationsgesetz jeder sein eigenes Glasfasernetz buddeln. Auch wenn der Laie doch denkt: Ein Netz für alle würde doch reichen. Wie bei Gas, Wasser, Strom. Der Zug aber ist abgefahren.

Jetzt geht es noch darum, ob Wülfrath ein kommunales Glasfasernetz bekommt. Dieses Projekt haben die Stadtwerke zusammen mit dem Partner Greenfiber auf den Weg gebracht.

Und wenn diese Initiative etwas früher gekommen wäre, hätte die Stadt auch gar nicht erst Anträge für Förderprogramme gestellt, die die Sache in Wülfrath noch komplizierter machen.

Das ändert aber nichts daran, dass die Initiative der Stadtwerke-Breitband GmbH völlig richtig ist. Dass die Telekom jetzt (!) auch die Initiative ergreift, ist logisch, aber spät. Und sie hat bei einem ersten Verfahren ja schon NetCologne „machen lassen“, es tummeln sich also eine Reihe auf dem Markt.

Der ein oder andere Hauseigentümer wird sich noch denken: Ach, das was ich habe, ist doch schnell genug. Das ist auf jeden Fall zu kurz gedacht. Glasfaser sollte eigentlich schon die Technologie der Gegenwart sein, ist aber auf jeden Fall Technologie der Zukunft. Und die gibt es nur jetzt „frei Haus.“