Interaktive Skulptur im Wilhelm-Fabry-Museum

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Vor Ort mit Kunst: Sandra Abend (Leiterin des Wilhelm-Fabry-Museums), Kirsten Max (Gleichstellungsbeauftrage der Stadt Hilden), Dennis Meseg und Ute Holz (stellvertretende Kulturamtsleiterin). Foto: Peter Siepmann
Vor Ort mit Kunst: Sandra Abend (Leiterin des Wilhelm-Fabry-Museums), Kirsten Max (Gleichstellungsbeauftrage der Stadt Hilden), Dennis Meseg und Ute Holz (stellvertretende Kulturamtsleiterin). Foto: Peter Siepmann

Hilden. Der Künstler Dennis Meseg hat eine Skulptur im Innenhof des Wilhelm-Fabry-Museums, Benrather Straße 32a, installiert. Anlass war der Weltfrauentag. 

Zwei Schaufensterpuppen aus seiner Installation „(Un)Broken“, eingehüllt in orangenes Flatterband, stehen nun im Museum. Das Besondere daran: Es handelt sich um eine interaktive Skulptur, die von jeder Besucherin und jedem Besucher verändert werden kann. Eddings und Flatterband stehen zur Verfügung um die Skulptur weiter zu entwickeln und ein Statement zu setzen. Über geteilte Fotos in den sozialen Medien mit dem Hashtag #thatsme freut sich der Künstler ebenso wie das Team des Wilhelm-Fabry-Museums.

Mit seiner Installation „(Un)Broken“ die im Ganzen aus 222 weiblichen Schaufensterpuppen besteht, möchte Meseg ein Zeichen setzen gegen Gewalt gegen Frauen. Und die Umsetzung seiner Gedanken in ein Kunstwerk ist weit tiefgründiger, als es auf den ersten Blick erscheinen mag. Schaufensterpuppen und oranges Flatterband. Eine Kombination dreier Symbole, denen einzeln betrachtet eine vertraute, klare Deutung zukommt. Flatterband zum Beispiel ist ein Zeichen für Abgrenzung, im positiven Sinne als Schutz vor Gefahren, aber auch als Hindernis auf dem Weg zueinander. Und Puppe oder Püppchen – wie oft hat man diese Bezeichnungen nicht schon gehört?

Doch was nach einem Kosewort klingt, zeugt in Wahrheit von Geringschätzung: Frauen werden auf ihr Äußeres reduziert, auf ein Spielzeug ohne Verstand. Orange wiederum ist die Farbe der Freiheit, der Freude und Geborgenheit, der emotionalen Wärme. Deshalb hat die alljährlich von UN Women durchgeführte Kampagne „Orange the World“ eben diese Farbe für ihren Feldzug gegen das unausgesetzte, vielfältige Leid der Frauen erwählt. Und wie erschütternd ist es, dass das Flatterband, das die „Frauen“ in Dennis Josef Mesegs Installation verhüllt, unkenntlich macht und von der Außenwelt abschneidet, die Farbe der Freiheit trägt.

„Wir sind stolz, dass Dennis Meseg nach dem Corona-Mahnmal It Is Like It Is wiederholt eine seiner Skulpturen bei uns im Wilhelm-Fabry-Museum zeigt. Ich bin sehr gespannt auf die Entwicklung der beiden Schaufensterpuppen,“ so Sandra Abend, Leiterin des Wilhelm-Fabry-Museums und im Hildener Kulturamt verantwortlich für die Bildende Kunst.