Erdarbeiten an A45-Brücke nach Winterschlaf der Haselmaus

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Erdarbeiten eines Baggers unter dem Bauwerk wurden schon nach wenigen Stunden gestoppt.
Erdarbeiten eines Baggers unter dem Bauwerk wurden schon nach wenigen Stunden gestoppt. Foto: Cornelius Popovici/dpa

Lüdenscheid (dpa/lnw) – Bei dem geplanten Neubau der maroden A45-Brücke Rahmede bei Lüdenscheid muss der Winterschlaf der Haselmaus laut Autobahn GmbH beachtet werden. Dort bestehe ein Habitat für Haselmäuse, sagte eine Sprecherin der Niederlassung Westfalen am Freitag auf dpa-Abfrage. «Diesen Schutzraum beachten wir.» Das sei auch von Anfang an in alle Planungen einbezogen gewesen. Vor Ablauf des Winterschlafs dürften dort keine Rodungen vorgenommen werden. Das Online-Portal «come-on.de» hatte berichtet, dass Bagger am Hang unter der Brücke am Donnerstag schon nach wenigen Stunden Erdarbeiten wegen der Haselmaus gestoppt hätten – obwohl dort seit Jahren keine gesichtet worden sei.

Die Sprecherin der Westfalen-Niederlassung betonte, die Baufirma habe aus einem Missverständnis heraus am Donnerstag an der besagten Stelle begonnen. Es sei aber nur eine einzige Spur von rund 50 Metern in den Hang gezogen worden, dann seien die Arbeiten gestoppt worden. Für die Gesamtplanung des Großprojektes gebe es dadurch keinerlei Verzögerung. Man sei stets davon ausgegangen, an der Stelle erst Ende April oder Anfang Mai loszulegen.

Kurz zuvor war mitgeteilt worden, dass für mehrere Fledermausarten an der Brücke Ausweichquartiere im nächsten Winter gesichert seien. Die Autobahnbrücke auf der deutschlandweit wichtigen Nord-Süd-Achse A45 ist seit dem 2. Dezember gesperrt. Das Bauwerk soll noch in diesem Jahr gesprengt werden. Ein Neubau soll schnellstmöglich erfolgen, wird aber voraussichtlich mehrere Jahre dauern. Vor allem die Stadt Lüdenscheid ist durch erheblichen zusätzlichen Umleitungsverkehr, Lärm und Abgase schwer belastet. Die Wirtschaftsregion Südwestfalen befürchtet drastische Einbußen.