E-Bikes und Pedelecs: Tipps zu Auswahl, Sicherheit und Fahrspaß

47
Ein Mann mit einem E-Bike. Foto: VZ NRW/adpic
Ein Mann mit einem E-Bike. Foto: VZ NRW/adpic

Düsseldorf. Fast jedes zweite in Deutschland verkaufte Fahrrad hat inzwischen einen Elektromotor. Die Verbraucherzentrale NRW geht Tipps rund um E-Bikes und Pedelecs.

Ob für Umwelt und Klima, wegen gestiegener Spritpreise oder einfach aus Spaß am entspannten Radeln mit elektrischem Rückenwind: E-Bikes stehen hoch im Kurs und die Auswahl ist groß. „Die aufwändigere Technik hat allerdings ihren Preis.

Je nach Modell und Ausstattung können für ein E-Bike einige tausend Euro zusammen-kommen”, so die Verbraucherzentrale NRW. Für Ein- und Umsteiger hat sie folgende Tipps:

Pedelec und E-Bike

Am weitesten verbreitet sind sogenannte Pedelecs, bei denen Radler mittreten müssen. Die Elektro-Unterstützung endet bei einer Geschwindigkeit von 25 Stundenkilometern (km/h). Umgangssprachlich ist häufig vom E-Bike die Rede, wenn eigentlich Pedelecs (Kurzwort für Pedal Electric Cycle) gemeint sind.

Verkehrsrechtlich sind Pedelecs Fahrräder: Es gibt keine Führerschein-, Helm- und Versicherungspflicht. Radwege dürfen benutzt werden. S-Pedelecs (schnelle Pedelecs), die erst bei 45 Stundenkilometern abschalten, und E-Bikes, die auch ohne Treten fahren, gelten hingegen als Kleinkrafträder.

Motor

Den höchsten Fahrkomfort und Stabilität bietet ein Mittelmotor, dessen Kraft über die Kette auf das Hinterrad übertragen wird. Preiswertere Elektrorad-Modelle haben häufig einen Nabenmotor am Vorderrad. Nachteil: Das Vorderrad kann leicht durchdrehen oder wegrutschen. Beim Heckantrieb sitzt der Elektromotor in der Hinterradnabe. Er wird vor allem für sportliche Räder wie E-Mountainbikes genutzt.

Akku

Der Akku ist neben dem Motor ein wesentlicher Kostenfaktor beim Elektrorad. Auf Reichweitenangaben ist jedoch wenig Verlass. Denn letztlich hängt es von vielen Faktoren ab, wie lang der Akku hält – etwa dem Gelände, der gewählten Unterstützung beim Treten und dem Gewicht von Fahrer und Ladung.

Eine bessere Orientierung bietet die Speicherkapazität. Sie wird in Wattstunden (Wh) angegeben. Typische Kapazitäten für Pedelec-Akkus bewegen sich zwischen 300 und 500 Wattstunden. In der Stadt reicht für tägliche kurze Wege ein 300er-Akku aus. Wer lange Touren plant oder in bergigen Regionen unterwegs ist, sollte einen leistungsstärkeren Akku wählen. Wichtig: Vor dem Kauf prüfen, ob für das Radmodell ein Ersatz-Akku erhältlich und wie teuer dieser ist.

Sicherheit

Das höhere Gewicht und der Antrieb durch den Elektromotor sorgen für ein anderes Fahrgefühl. Das schnellere Tempo birgt zudem ein höheres Unfallrisiko. Besonders wichtig sind daher vorausschauendes Fahren und gute Bremsen.

Scheibenbremsen sind durch ihre hohe Bremsleistung und eine hohe Haltbarkeit besonders bei schwerer Beladung oder bei E-Lastenrädern eine gute Wahl, während Felgenbremsen (V-Brakes) durch einen günstigeren Preis und ein geringes Gewicht punkten. Eine Helmpflicht besteht beim Pedelec zwar nicht, doch aufgrund der höheren Geschwindigkeit empfiehlt es sich, einen Helm zu tragen.

Versicherung

Über die Hausratversicherung ist ein Pedelec – wie auch ein Fahrrad – nur gegen Einbruchdiebstahl versichert, also für den Fall, dass das Bike aus dem verschlossenen Keller oder der Garage gestohlen wird. Gegen einen Diebstahl draußen besteht im Grundtarif in der Regel kein Schutz, sondern dieser muss dort gegen einen Beitrag mitversichert werden. Spezielle Fahrradversicherung bieten nicht nur Leistungen bei Diebstahl, sondern beinhalten oft auch die Übernahme von Reparaturkosten und Zahlungen bei Unfall.

Tests, Beratung und Probefahren

Eine gute Orientierung zu Handhabbarkeit, Sicherheit und Haltbarkeit verschiedener Elektrorad-Modelle bieten Tests der Stiftung Warentest. Bei lokalen Fahrrad-Aktionstagen werden oftmals kostenlose Test-Touren angeboten, auch mit einem Leihrad lässt sich ein Eindruck gewinnen, welches Rad zu den eigenen Bedürfnissen passt. Eine Beratung im Fachhandel hilft ebenfalls, das passende Modell zu finden. Vor dem Kauf empfiehlt sich ausgiebiges Probefahren – auch mal ohne Motorunterstützung.

Wer sich für ein Modell entschieden hat, sollte den Preis bei verschiedenen Anbietern vergleichen und dabei auch auf Garantie und Gewährleistung achten. Für Unentschlossene können auch E-Bike-Abos verlockend sein. Hier sollten die enthaltene Ausstattung, die Laufzeit und die Kündigungsbedingungen in den Blick genommen werden. Einige Anbieter beschränken die Nutzung der Räder auf Deutschland, bei anderen kann das E-Bike im Abo europaweit genutzt werden.

Tipps zur Versicherung gibt es unter www.verbraucherzentrale.nrw.