Grundschüler setzen Zeichen: Waffeln statt Waffen

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Die Kinder der Montessori-Grundschule in Ratingen-Lintorf setzten ein Zeichen für den Frieden. Foto: Schule
Die Kinder der Montessori-Grundschule in Ratingen-Lintorf setzten ein Zeichen für den Frieden. Foto: Schule

Ratingen. Die Schlagzeilen der letzten Wochen gehen auch an Kindern nicht spurlos vorbei. Die Klasse M6 an der Montessori-Grundschule in Ratingen-Lintorf wollte deswegen nicht tatenlos bleiben und aktiv ein Zeichen für den Frieden setzen.

Die Idee hinter der Aktion: Mitschüler und Lehrer eine Woche lang immer in der Frühstückspause mit Waffeln versorgen und den Verkaufserlös zu spenden, um Flüchtlingen aus der Ukraine vor Ort in Ratingen zu helfen.

Die Begeisterung der Kinder, ob der Möglichkeit aktiv helfen zu können wurde auch sogleich kreativ umgesetzt: Plakate mit der Aufschrift „Waffeln statt Waffen“ wurden gefertigt und an allen Haupteingängen gut sichtbar platziert. Zudem wurden große Kiesel liebevoll in blau-gelber Ukraine Flagge bemalt und mit Peace-Zeichen und weißen Tauben verschönert. Auch zu Hause wurde gebastelt und Kinder brachten zusätzlich zum Waffelverkauf selbst gebastelte Herzen mit.

„Es war schwer abzuschätzen, wie die Aktion angenommen und wie groß der Andrang beim Verkauf sein würde“, erklärt Klassenlehrerin Kühnel. „Zunächst haben wir mit fünf Waffelteigportionen angefangen und waren nach 30 Minuten restlos ausverkauft.“ Danach wurden am Tag mehrere Hundert Waffeln verkauft, was auch die Elternschaft stark eingebunden hat.

„Wir haben Waffelrezepte ausgetauscht und Tipps weitergegeben, wo es gerade noch Mehl zu kaufen gibt, was in der aktuellen Situation auch nicht so einfach ist“, erklärt Tina Schmitz-Schmied, Elternvertretung der Klasse. „Wir kamen ganz schön ins Schwitzen, doch die Kinder haben uns inspiriert. Da haben alle an einem Strang gezogen!“ Jedes Kind übernahm die ganze Woche über einen Dienst im Verkauf, oder am Waffeleisen, selbst die Pausenzeiten wurde hindurch gebacken und sogar eine Sporttag „geopfert“! Nicht ein einziges Mal wurde gemeckert oder gemurrt, selbst wenn es stressig wurde. Auch ein Stromausfall und andere Hindernisse konnten das tolle Endergebnis nicht schmälern. Insgesamt ist eine Spendensumme von rund 1.300 Euro zusammengekommen.

Ganz nebenbei haben die Kinder den Umgang und das Zählen von Geld intensiviert, Eventmanagement betrieben, um ihre Ideen wirklich in die Tat umzusetzen, Teamfähigkeit bewiesen und ganz viel Verantwortung übernommen. Es ist unglaublich zu sehen, was dabei herauskommt, wenn alle zusammenarbeiten und wenn Schule den Tatendrang und die Selbständigkeit der Kinder unterstützt. Angestoßen von dieser Aktion werden weitere Klassen mit einem Eisstand und einem Muffin-Verkauf die nächste Woche kulinarisch an der EDS füllen.