Klimaschützer wollen Lützerath verteidigen

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Braunkohlebagger an der Abrisskante aufgenommen bei einem Pressetermin von Fridays for Future vor Ort.
Braunkohlebagger an der Abrisskante aufgenommen bei einem Pressetermin von Fridays for Future vor Ort. Foto: Thomas Banneyer/dpa

Lützerath (dpa/lnw) – Nach der Niederlage im Gerichtsstreit um ein Grundstück am Braunkohletagebau Garzweiler haben Klimaschützer entschlossenen Protest angekündigt. «Wir rufen dazu auf, Lützerath mit allem zu verteidigen, was es braucht», sagte eine Vertreterin von Fridays for Future am Dienstag am Rand des Tagebaus in dem vor allem von Aktivisten bewohnten Ort Lützerath.

Mit einer Demonstration am 23. April wollen örtliche und bundesweite Klimaschutz-Organisatornen ein Ende der Braunkohleverstromung fordern. «Klar ist, dass die deutsche 1,5 Grad-Grenze vor Lützerath verläuft», sagte Pauline Brünger von Fridays for Future.

Am Montag hatte das Oberverwaltungsgericht Münster in einem vom letzten Landwirt am Ort betriebenen Eilverfahren dessen vorzeitige Enteignung für den Braunkohleabbau als rechtmäßig erklärt. Landwirt Eckardt Heukamp beklagte, das Gericht habe mit seiner Entscheidung den Ball an die Politik zurückgespielt. Diese sei nun in der Pflicht, das Problem zu lösen. Die Baggergrenze sei auf hundert Meter an den Ort herangerückt. Er hoffe, dass die Politik den Ball aufnehme und Lützerath eine Perspektive für die Zukunft habe. Es gebe keine Alternative zum Kohleausstieg.

Dirk Jansen, NRW-Geschäftsleiter der Umweltorganisation BUND, forderte eine schnelle neue Leitscheidung für die Abbauplanung der Braunkohle von der Landesregierung. Zudem solle es ein Abrissmoratorium geben, «das ausschließt, dass hier noch Dörfer zerstört werden». Erneuerbare Energien wie Photovoltaik und Windenergie sollten massiv ausgebaut werden.