Die Nachfrage nach Mehl und Speisestärke explodierte im März. Foto: pixabay
Die Nachfrage nach Mehl und Speisestärke explodierte im März. Foto: pixabay

Karlsruhe. Drei aktuelle Krisensituationen durch Corona, Lieferkettenprobleme und den Krieg in der Ukraine veranlassen auch Online-Kunden zu Hamsterkäufen, darauf weist eine Analyse der Preisentwicklungen durch ein Vergleichsportal hin.

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Sachlich begründet seien die Online-Hamsterkäufe nicht, teilt das Portal Billiger.de mit, dessen Preisexperten eine Analyse für den Preis-Nachfrage-Index im Monat März durchgeführt haben. „Die Preisentwicklungen und die Furcht vor weiteren Preisexplosionen bestimmen das Nachfrageverhalten der Verbraucher im Online-Geschäft“, so das Unternehmen.

Nach der Analyse für den aktuellen Preis-Nachfrageindex von billiger.de sind die Preise für die am häufigsten nachgefragten Produkte im März gegenüber dem Februar von 94,57 auf 95,46 Punkte gestiegen. Der Preis-Nachfrage-Index liegt damit wieder über dem Referenzwert vom März 2019. Die Preise der beliebtesten Produkte im Onlinehandel stiegen jetzt zum vierten Mal in Folge. Die Preise liegen im März zwar noch um 1,7 Prozent unter den Vorjahrespreisen, im Januar allerdings lag die Differenz noch bei 4,7 Prozent. Die Preisdifferenz schmilzt also schnell ab und der Trend zu allgemeinen Preissteigerungen hält weiter an.

„Die explodierenden Energiepreise werden die Preise in vielen Produktkategorien weiter nach oben treiben. Die Verbraucher können aber durch eine kluge Planung ihrer Einkäufe einen Teil der Preissteigerungen kompensieren. Wichtig sind der richtige Zeitpunkt und etwas Zeit für den Preisvergleich“, erklärt Thilo Gans, Geschäftsführer der Solute GmbH, die das Preisvergleichsportal betreibt.

Nachdem viele Ladengeschäfte und Supermarktregale, wie zu Beginn der Corona-Pandemie, bei manchen Produkten erneut leergekauft wurden, setzt sich dieses Kaufverhalten nun auch im Online-Handel fort. Besonders Mehl und Speisestärke seien heiß begehrt, so das Techunternehmen. Ebenso seien Speiseöl und Nudeln betroffen. Die Nachfrage nach Mehl und Speisestärke explodierte im März um unglaubliche 2.262 Prozent, bei Speiseöl um 382 Prozent und bei Nudeln um 269 Prozent.

„Hamsterkäufe sind sachlich nicht gerechtfertigt, denn die Verfügbarkeit der Produkte in den Online-Shops ist nach wie vor hoch. Daher heizen solche Käufe durch eine vermeintliche Verknappung die Preisspirale nur unnötig zusätzlich an“, Thilo Gans.

Bei ihren Hamsterkäufen denken die Käufer wohl auch an ihre vierbeinigen Lieblinge. Die Nachfrage beispielsweise nach Hundefutter ist im März gegenüber dem Vormonat immerhin um 25 Prozent angestiegen. Zeitgleich ziehen die Preise auch hier deutlich an. Der Preis-Nachfrage-Index stieg im März gegenüber dem Februar deutlich von 112,12 auf den Wert von 115,76.