RTL-«Passion»: Brot fürs Abendmahl an der Würstchenbude

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Mitarbeiter bauen in der Essener Innenstadt die Bühne für die RTL-Oster-Produktion «Die Passion» auf.
Mitarbeiter bauen in der Essener Innenstadt die Bühne für die RTL-Oster-Produktion «Die Passion» auf. Foto: Roland Weihrauch/dpa

Essen (dpa) – Fladenbrote fürs letzte Abendmahl vom Sternekoch Nelson Müller und als Zugabe zwei Currywürste – so eigenwillig interpretiert der TV-Sender RTL bei seiner Live-Inszenierung «Die Passion» (Mittwoch, 20.15 Uhr) die österliche Geschichte der letzten Tage im Leben von Jesus Christus. Die Szene sei Teil eines der Einspielfilme, die bei der Sendung gezeigt werden, bestätigte RTL am Dienstag einen entsprechenden Bericht der «WAZ».

Schauplatz der live im RTL-Programm ausgestrahlten Inszenierung ist die Essener Innenstadt. Die Hauptbühne steht direkt vor dem Essener Dom. RTL rechnet mit rund 4900 Zuschauern auf dem Platz. Eine Menschengruppe soll außerdem mit einem großen Lichtkreuz durch die Stadt ziehen.

In der Szene versorge Sternekoch Müller den Ex-«Deutschland sucht den Superstar»-Gewinner Alexander Klaws als Jesus-Darsteller an einer Imbissbude mit fünf Broten für das Abendmahl mit den Jüngern. Der erschlankte Reiner Calmund steht währenddessen im Hintergrund als Gast mit einem Schälchen Pommes.

Obwohl sich die Inszenierung vom Wortlaut der biblischen Schilderung teils deutlich löst, tragen evangelische wie katholische Kirchen das Event mit. Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck kündigte an, die Show auf dem Burgplatz live anzusehen. «Die Passion» von RTL sei – wie viele andere Passions-Spiele – ein «Angebot, sich mit der Leidensgeschichte Jesu auseinanderzusetzen». «Jeder Mensch kann für sich selbst entscheiden, ob dieses TV-Event der richtige Rahmen dafür ist», erklärte Overbeck.

Nach der TV-Sendung ist jedenfalls noch ein «echter» kirchlicher Segen für die Zuschauer vor der Bühne geplant: Ein evangelischer Pfarrer und eine katholische Theologin wollten den knapp 5000 Menschen dort einen «ökumenischen Abendsegen» spenden, teilten die Kirchen vorab mit.