Bundesanwaltschaft klagt mutmaßlichen türkischen Spion an

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Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand.
Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa/Symbolbild

Karlsruhe (dpa) – Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen einen Türken erhoben, der Anhänger der sogenannten Gülen-Bewegung und der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK ausgespäht haben soll. Die Informationen seien für türkische Nachrichtendienste bestimmt gewesen, teilte die Karlsruher Behörde am Mittwoch mit. Der Prozess soll am Oberlandesgericht Düsseldorf stattfinden.

Der Mann war Mitte September in einem Düsseldorfer Hotel festgenommen worden, nachdem ein Mitarbeiter bei ihm eine Waffe entdeckt hatte. Kurz darauf hatte die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen gegen den damals 40-Jährigen übernommen, er sitzt in Untersuchungshaft. Die Waffe hatte sich später als Schreckschusswaffe entpuppt.

Die Ermittler werfen dem Mann vor, an die Geheimdienste Informationen zu drei deutschen Staatsangehörigen übermittelt zu haben. Über drei weitere Personen habe er Informationen gesammelt. Außerdem soll der Angeklagte versucht haben, selbst Informanten anzuwerben.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan wirft der Gülen-Bewegung vor, für einen Putschversuch 2016 verantwortlich zu sein. Der islamische Geistliche Fethullah Gülen, nach dem die Bewegung benannt wird, bestreitet dies vehement. Die PKK wird von der Bundesanwaltschaft als Terrorvereinigung eingestuft, sie hat in der Türkei zahlreiche Attentate und Anschläge verübt.