Sind Eier gut oder schlecht für die Gesundheit? Eine Ernährungsexpertin klärt auf

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Ostereier – wichtige Proteinquelle oder Cholesterinbombe? Eine Expertin des Helios-Klinikums informiert. Foto: Helios
Ostereier – wichtige Proteinquelle oder Cholesterinbombe? Eine Expertin des Helios-Klinikums informiert. Foto: Helios

Velbert. Sie sind gefärbt, liebevoll bemalt, einfarbig, gestreift oder getupft: Ostereier, die die kommenden Feiertage farbenfroh begleiten. Die Deutschen essen zu Ostern deutlich mehr Hühnereier als sonst. Doch wie gesund sind diese wirklich? Dr. Daniela Musiol, Sektionsleiterin für Diabetologie und Ernährung am Helios-Klinikum Niederberg, räumt mit Vorurteilen gegenüber Eiern auf.

„Der durchschnittliche Deutsche verspeist pro Jahr rund 230 Eier – zu Ostern steigt der Konsum sprunghaft an. Das Hühnerei zählte in der Vergangenheit zu den umstrittensten natürlichen Lebensmitteln und wurde oft als Cholesterinbombe verteufelt. Dabei enthält ein Ei 12,8 Prozent Eiweiß, 11,3 Prozent Fett und nur 0,7 Prozent Kohlenhydrate. Außerdem sind die Vitamine A, D, K, B2, B6, B12, Folsäure, Phosphor, Natrium, Kalium und Calcium hochwertige Bestandteile“, informiert Helios.

Zwingend notwendig für die Ernährung sind Eier nicht, vorausgesetzt, der Proteinbedarf des Körpers wird durch andere Lebensmittel gedeckt. „Für Vegetarier haben Eier einen besonderen Stellenwert: Vitamin B12, zuständig für Blutbildung, Zellteilung und Nervenfunktionen, kommt nur in tierischen Produkten vor. Damit sind Eier neben Milch die einzige Vitamin-B12-Quelle für Menschen, die sich fleischlos ernähren“, Dr. Daniela Musiol.

So sehr Leistungssportler Eier als Proteinquelle schätzen und nutzen, so skeptisch ist manch anderer bei diesem Lebensmittel – vor allem, wenn es um das Thema Cholesterin geht. Eier haben den Ruf, den Cholesterinspiegel im Blut zu erhöhen, dadurch die Arterienverkalkung zu fördern und in der Folge das Risiko einer Herzerkrankung zu steigern.

Doch hier habe in den letzten Jahren ein Umdenken stattgefunden, berichtet Dr. Musiol. „Die Höhe des Cholesterinspiegels ist zum Großteil genetisch bestimmt“, so die Expertin. Sie hänge also weitgehend davon ab, wie gut der Körper seinen Cholesteringehalt selbst regeln kann. „Ein Ei enthält zwar über ein Gramm Cholesterin – wir wissen aber heute, dass nur 15 bis 20 Prozent des Cholesterinspiegels im Blut von der Ernährung abhängig sind. Des Weiteren wirkt sich der Cholesterinwert im Hinblick auf Arterienverkalkung langfristig aus, daher schadet der Verzehr von ein paar Ostereiern sicher nicht.“

Mögliche Krankheiten, die von Eiern ausgelöst oder übertragen werden können, gelten als Risiko beim Verzehr. An erster Stelle werden oft Salmonellen genannt. Das sind stäbchenförmige Bakterien, die eine Infektion mit Durchfall, Unwohlsein, Bauchschmerzen oder auch Fieber auslösen können. Gefahr besteht in der Regel aber nur bei nicht durchgegarten Lebensmitteln. „Das hartgekochte Osterei ist also unkritisch – und es ist erheblich gesünder als ein Schokoladenei“, sagt Daniela Musiol.

Wer von Karfreitag bis Ostermontag das eine oder andere Ei mehr isst, darf dies also ohne schlechtes Gewissen tun – gesundheitliche Schäden sind nicht zu erwarten. Aber es gibt einen Tipp von der Sektionsleiterin, wie man den Frühling aktiv für die Gesundheit nutzen kann: „Generell gilt, dass für die Herzkreislauf-Gesundheit Ausdauertraining das Beste ist. Hierzu reichen schon täglich 30 Minuten sehr zügiges Gehen. In der Tat senkt regelmäßige körperliche Bewegung das LDL-Cholesterin und hebt das HDL-Cholesterin an. Letzteres hat einen protektiven Charakter, nur das erhöhte LDL-Cholesterin steht im Zusammenhang mit Herzerkrankungen.“