Ministerpräsident besucht Schwimmkurs in Krefeld: Kritik

25
Hendrik Wüst (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, spricht.
Hendrik Wüst (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, spricht. Foto: David Young/dpa/Archivbild

Krefeld (dpa/lnw) – NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat mit einem Besuch in Krefeld auf das Landesprogramm «NRW kann Schwimmen» aufmerksam gemacht. «Keine andere Generation hat so sehr unter den Folgen der Pandemie gelitten wie Kinder und junge Menschen», sagte Wüst am Donnerstag laut Mitteilung. In der Corona-Pandemie hätten viele Schwimmkurse nicht stattfinden können. Es sei großartig zu erleben, wie die Kinder dies nun nachholten und schwimmen lernten.

«Mit der Ausweitung der Kursangebote durch Schwimmvereine tragen wir dazu bei, die hohe Nachfrage nach Schwimmkursen für Kinder zu decken», so Wüst. Mit gut 800 Schwimmkursen soll das Angebot an Schwimmausbildungen für Heranwachsende in diesem Jahr unterstützt werden. Das Land stelle dafür 400.000 Euro Förderung bereit.

Das Programm richtet sich an Schülerinnen und Schüler der ersten bis sechsten Jahrgangsstufe. Neben zweiwöchigen Ferienkursen kann die Schwimmausbildung auch mit Kompaktkursen an Nachmittagen und Samstagen vermittelt werden.

«Ein Termin am Beckenrand kann über die Versäumnisse von Schwarz-Gelb nicht hinwegtäuschen: Die Schwimmausbildung hat für CDU und FDP keine Priorität. Ein Rückgang von Schwimmbädern und weniger Schwimmkurse sind die Bilanz der Landesregierung», kritisierte der sportpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Markus Herbert Weske. Die Leidtragenden seien Familien.

Nachdem die Corona-Pandemie die Schwimmausbildung zweier Jahrgänge fast komplett zum Erliegen gebracht habe, wäre es nun an der Zeit, Rückstände aufzuholen. Angesichts von rund zwei Millionen Kindern und Jugendlichen, die die allgemeinbildenden Schulen in NRW besuchen, greife das Programm der Landesregierung viel zu kurz.

Ähnlich äußerte sich Josefine Paul für die Grünen-Fraktion: Die vielen konkreten Vorschläge zur kurz- und langfristigen Verbesserung der Schwimmausbildung habe Schwarz-Gelb mehrheitlich ignoriert. Da helfe es nicht, wenn sich der Ministerpräsident nun wahlkampfwirksam neben ein Schwimmbecken stelle, um die magere Bilanz der Landesregierung in diesem Bereich zu retten.

Das Land hätte längst Mittel aus dem Corona-Rettungsschirm bereitstellen müssen, um zusätzliche Wasserflächen für Schwimmkurse, beispielsweise in Hotels oder Reha-Zentren anzumieten.