Kein Vorsatz: Streit vor Absturz in Mönchengladbach

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Die Polizei hat einen Übergang mit Flatterband abgesperrt, wo ein Geländer abgebrochen ist.
Die Polizei hat einen Übergang mit Flatterband abgesperrt, wo ein Geländer abgebrochen ist. Foto: Alexander Forstreuter/dpa/Archivbild

Mönchengladbach (dpa) – Vor dem Tod eines Mannes beim Sturz aus dem dritten Stock eines Mehrfamilienhauses in Mönchengladbach gab es einen Streit unter den Bewohnern. Bei dem Gerangel unter den alkoholisierten Mietern habe sich ein Brüstungsgitter gelöst, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittag gemeinsam mit. Nach ersten Ermittlungen liege aber kein Vorsatz vor, der zum Absturz führte. Die Ermittlungen sind laut Mitteilung noch nicht abgeschlossen.

Das Bauordnungsamt der Stadt hatte am Freitagmorgen das Gebäude untersucht. Die Hausverwaltung habe sich in Gesprächen verpflichtet, eine provisorische Absturzsicherung anzubringen, wie die Stadt am Mittag mitteilte. Insgesamt wurde das Gebäude mit 24 Wohneinheiten aus dem Jahr 1970 als sanierungswürdig eingestuft. Der Eigentümer sei in der Verantwortung, sich zu kümmern. Gesperrt bleibt aber laut Stadt nur das dritte Obergeschoss, die anderen Bewohner konnten bleiben.

Vier Menschen waren am Donnerstagabend in die Tiefe gestürzt, nachdem an einem Laubengang ein Geländer abgebrochen war. Die Mieterinnen und Mieter gelangen über diesen Gang von außen in ihre Wohnungen. Ein 31-Jähriger starb noch am Unglücksort. Zwei Männer im Alter von 31 und 47 Jahren und eine Frau (40) kamen schwer verletzt ins Krankenhaus.

Laut übereinstimmenden Zeugenaussagen soll es am Nachmittag zu einem Streit zwischen zwei Männern (beide 31) und der 40-Jährigen gekommen sein. Der 47-jährige soll versucht haben, zu schlichten. Es kam zu einem Gerangel in Richtung des Brüstungsgitters, das dabei aus der Verankerung brach. Die Opfer stürzten in den Innenhof des Gebäudes.

Die Bauaufsicht stufte die Wohnungen im dritten Geschoss des Gebäudes als nicht mehr bewohnbar ein. Sie wurden aus Sicherheitsgründen noch am Abend geräumt. Ein Bewohner, der nicht an dem Unglück beteiligt war, ist nach Auskunft der Stadt bei Bekannten untergekommen.

Nach Angaben der Stadt war der Bau im Jahr 1970 als Wohnheim für ledige Frauen mit Kindern errichtet worden. In einem Anbau gab es ebenerdig einen Kindergarten. Der wurde 1995 durch drei weitere Wohneinheiten ersetzt. Die Stadt hatte die Nutzungsänderung genehmigt.